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Beitrag von Henning Beck aus managerSeminare 329, August 2025
Der beliebteste Hintergrund in Videogesprächen ist: ein Bücherregal. Vor allem, weil eine gut sortierte Büchersammlung immer noch für Wissen und Bildungsreichtum steht, zelebriert man sie virtuell als Symbol intellektuellen Könnens. Die Sache ist nur: Viele der Bücher werden niemals gelesen. Sie stehen nur zur Zierde im Regal. Eine Analyse von Amazon, wie weit digitale Bücher gelesen werden, zeigt: Auf den vorderen Plätzen finden sich lauter Klassiker: Stephen Hawkings „ Eine kurze Geschichte der Zeit“, Kahnemans „Schnelles Denken, langsames Denken“ oder Pikettys „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ – und nur eines dieser Bücher soll zu sieben Prozent gelesen worden sein. Umso erstaunlicher, wie oft man sich darauf bezieht.
„Tsundoku“, so lautet der japanische Begriff für das Phänomen, dass man Bücher kauft, um sie anschließend im Regal verstauben zu lassen. Für den deutschen Sachbuchmarkt geht man davon aus, dass zwei Drittel der Bücher niemals gelesen werden. Seltsam, denn Menschen nehmen sich immer wieder vor, mehr zu lesen – und zwar nicht nur zur Urlaubszeit im Sommer.
Wenn Sie wirklich mehr lesen wollen, nutzen Sie am besten einen Trick. Bauen Sie sich eine Gewohnheit auf. Der Vorteil bei Gewohnheiten ist nämlich, dass man am Ende nicht mehr darüber nachdenken muss, der Gewohnheit nachzugehen. Gewohnheiten werden automatisiert in unserem Gehirn verarbeitet: Auf einen konkreten Schlüsselreiz folgt eine automatisierte Handlung. Das geht sogar so weit, dass man am Ende noch nicht mal für seine Gewohnheitshandlung belohnt werden muss – sie läuft vielmehr vollautomatisch ab.