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Verhaltensforschung

Anerkennung von Leistung ­verstärkt Führungsbereitschaft

Mitarbeitende, deren Leistungen im Arbeitsumfeld positiv hervorgehoben werden, sind eher bereit, eine Führungsrolle zu übernehmen. Zu dieser Erkenntnis ist Jingnan Chen, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Exeter Business School, zusammen mit seinem Forscherteam in einer Untersuchung gelangt. Für diese wurden 248 Studierende in Vierergruppen aufgeteilt und gebeten, Multiple-Choice-Fragen in Kategorien wie Literatur, Geschichte, Sport und Geografie zu beantworten. Anschließend bekamen sie öffentliches Feedback darüber, wie viele Fragen sie richtig beantwortet und wie sie im Vergleich zu den anderen drei Gruppenmitgliedern abgeschnitten hatten. Zudem wurde getestet, wie es um ihre Bereitschaft stand, die eigene Gruppe anzuführen. Dabei zeigte sich, dass jene Teilnehmenden, die im Vergleich zu ihrer Gruppe am besten abgeschnitten hatten, eher dazu bereit waren, die Führung zu übernehmen als ihre Teamkollegen.

Doch es offenbarte sich zugleich ein erstaunlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: So waren die Männer immer bereit, die Führung zu übernehmen, sobald ihre Leistung gehighlightet wurde – und zwar egal, ob es sich um gemischte oder rein männliche Teams handelte. Bei den Frauen verhielt es sich jedoch ein wenig anders. Lediglich in den gemischten Teams wurden Frauen durch das öffentliche Feedback dazu ermutigt, ihr Team anzuführen. Befanden sie sich in rein weiblichen Gruppen, übernahmen sie die Führungsrolle sehr viel zögerlicher. Die Studienautoren erklären sich das dadurch, dass Frauen unter sich weniger auf Wettbewerb als auf Fairness und ein Gefühl der Zusammenarbeit setzen. Dieses Streben nach Gleichberechtigung flaue jedoch ab, sobald Männer auf den Plan treten. Für Unternehmen in einem männerdominierten Umfeld, an deren Spitze Frauen noch immer spärlich vertreten sind, lässt sich hieraus eine einfache Handlungsempfehlung ableiten: Es gilt, die Leistungen fähiger Frauen häufiger positiv hervorzuheben.
Autor(en): Sarah Lambers
Quelle: managerSeminare 266, Mai 2020
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