Management

Unternehmenstheater

Ein starkes Stück

Unternehmenstheater ist ein Hingucker. Mit seiner Hilfe läßt sich die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter besser wecken als mit Broschüren und Vorträgen. Die besondere Stärke des firmenspezifischen Schauspiels ist allerdings das Überwinden von Sprachlosigkeit.
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Der Herr im weißen Anzug fackelt nicht lange: 'Ich sage, wo´s lang geht. Und wenn ihr nicht kapiert, dann seid ihr weg vom Fenster', erklärt er großspurig. Bei einer Theateraufführung für die Mitarbeiter der Stadtwerke Bremen verkörpert er den Markt. Jeder, der sich seiner Macht nicht freiwillig beugt, kostet ihn lediglich ein müdes Lächeln: 'Rübe ab!', grinst er seinen Gegenspielern ins Gesicht.

Das Theaterstück, bei dem die harten Worte des Marktes fallen, wurde eigens für die Stadtwerke Bremen geschrieben. Es ist damit ein Beispiel für ein noch recht neues Instrument zur Personal- und Organisationsentwicklung: das Unternehmenstheater. Mit seiner Hilfe wollen Unternehmen die Aufmerksamkeit ihrer Mitarbeiter wecken, ihnen einen neuen Blick auf Kunden- oder Marktorientierung, Unternehmensleitlinien oder neue Produkte verschaffen. Die Aufführungen finden meist vor einem großen Publikum statt. Klassischerweise stehen auf der Bühne professionelle Schauspieler.

Hintergrund für das Theaterstück bei den Stadtwerken Bremen war das Ende des Energiemonopols und die Folgen für das Unternehmen. Diese sind nicht ohne, denn laut Expertenschätzungen werden 75 Prozent der deutschen Energieversorger - zumindest in ihrer derzeitigen Form - die Liberalisierung des Energiemarktes nicht überleben. Die Mitarbeiter sind aufgrund dieser Aussichten teilweise von der blanken Angst um ihren Arbeitsplatz gepackt, teilweise aber auch bereits von dem Wunsch nach Veränderung beseelt.

Den Konflikt zwischen Bewahrern und Veränderern bringt das Theaterstück, das die Visual Communication Group, Mannheim, für die Stadtwerke geschrieben und inszeniert hat, auf die Bühne. So erklärt der Markt einer zögerlichen Führungskraft, daß sie gar keine andere Wahl hat, als sich auf den Weg vom Stromproduzenten zum Dienstleister zu begeben: 'Schafft ihr das, bleiben wir Freunde. Schafft ihr das nicht, könnt ihr sehen wo ihr bleibt. Mit welchen Kosten ihr das schafft, ist mir - Entschuldigung - scheißegal!'…
Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 38, September 1999, Seite 88-95
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