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Beitrag von Sibylle Kallwitz aus managerSeminare 337, April 2026
Unternehmensanalysen zufolge steigt seit einiger Zeit in der Arbeitswelt die für Quiet Cracking chrakteristische Energieform der resignativen Trägheit. Betroffene beschweren sich nicht („Das bringt doch eh nur Ärger“), sondern „funktionieren“ mit ungewollt nachlassendem Engagement und sinkender Produktivität so lange, bis nichts mehr geht. Arbeitgeber, die präventiv auf eine gute organisationale Energiebilanz achten, sind hier klar im Vorteil.
Als schleichende innere Erosion der Arbeitszufriedenheit, die mit hohem Stresspotenzial einhergeht, gilt Quiet Cracking als Indiz dafür, dass es in Unternehmen an Sicherheit, klarer Orientierung und Fürsorge respektive an der nötigen Care-Kompetenz mangelt. Sei es, weil die menschliche Komponente zugunsten von Kennzahlen und Tools vernachlässigt wird, weil das „leise Knacken“ als gesundheitsrelevanter Faktor unterschätzt wird oder weil Führungskräfte mit Unsicherheit, Belastung und Gesundheitsthemen überfordert sind. Umso wichtiger ist es, Quiet Cracking auch als Frühindikator im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung zu sehen und die Weichen für eine Führung des Kümmerns zu etablieren.
Je früher die Tendenz von Mitarbeitenden zum Quiet Cracking erkannt wird, desto leichter fällt es, Resignation in zufriedenes, produktives Engagement umzuwandeln. Hierzu sollten Führungskräfte einerseits die Organisationsebene im Blick haben: Gibt es ungünstige Arbeitsbedingungen wie eine dauerhaft zu hohe Arbeitsdichte und unklare Prioritäten? Andererseits sollten sie auch die Beschäftigten aufmerksam beobachten sowie offen und empathisch mit ihnen kommunizieren, um gemeinsam nach realistischen Lösungen suchen zu können.