Management

Teilautonome Arbeitsgruppen

Das Ende hierarchischer Führung?

War Führung bisher fest an Personen und Positionen gekoppelt, wird sie in teilautonomen Arbeitsgruppen zu einer Funktion unter vielen. Die Konsequenz: Führung rotiert – jedes Gruppenmitglied kann phasenweise die Führungsrolle übernehmen. Theoretisch. Doch für die ehemaligen Führungskräfte ist die praktische Umsetzung ein psychologisches Problem.
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Untersuchungen über die Nachfrage nach Trainings in der Wirtschaft belegen im deutschsprachigen Raum übereinstimmend, daß der größte Bedarf noch immer nach sogenannten „Führungstrainings” besteht. Auch Wissenschaft und Lehre sind voller Abhandlungen zum Bereich „Führung”. Andererseits gibt es einen starken Trend zur Pflege des unternehmerischens Denken und Handelns auf allen Mitarbeiterebenen. Mitarbeiter sollen ihren Job selbst in die Hand nehmen und gestalten. Im Zuge von Lean Management werden sogenannte „teilautonome Arbeits-Gruppen (TAGs)” etabliert, dadurch – so zumindest die Hoffnung – sollen Führungsebenen entbehrlich werden.

Sind teilautonome Arbeitsgruppen der „Feind” bisheriger Führungskonzepte, wird es „reine” Führungskräfte in Zukunft nicht mehr geben? Selbstverständlich sind auch TAGs, wie alle Teams und Gruppen, auf Führungs- und Organisationsstrukturen angewiesen. Führung bzw. Leitung ist eine notwendige – und im übrigen auch natürliche – Funktion in einem Team. Im Unterschied zur herkömmlichen Führung ist aber die Leitungsfunktion in TAGs rotierend, selbstbestimmt und integriert angesetzt.

„Rotierend” bedeutet, daß die Führungsfunktion auf längere Dauer nicht an eine bestimmte Person gebunden ist. Die Führungsfunktion ist eine Funktion unter vielen, die das Team selbst wahrzunehmen hat. In einer TAG muß jedes Teammitglied mehrere Funktionen ausüben können. Das heißt natürlich nicht, daß jedes Teammitglied jede für das Team notwendige Funktion ausüben kann…
Autor(en): Dr. r. Niki Harramach, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 20, Juli 1995, Seite 93-95
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