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Studie Personalberatung

Suchgeschäft boomt

2011 war für Deutschlands Headhunter ein gutes Geschäftsjahr: Ihre Dienstleistung, die Auswahl von Fach- und Führungskräften, war gefragt wie lange nicht. Mit einem Gesamtumsatz von 1,49 Milliarden Euro und einem Plus von rund 15 Prozent befindet sich die Branche auf Erfolgskurs. Das geht aus der Marktstudie 'Personalberatung in Deutschland 2011/2012' hervor, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) im Mai 2012 vorlegte. In den Rezes­sionsjahren 2008/2009 hatte die Personalberatung in Deutschland mit Einbrüchen um 15 Prozent zuletzt herbe Verluste erlitten. Der neuerliche Erfolg der Branche zeigt damit: Einstellungsstopps und das Vertagen von Personalentscheidungen gehören in deutschen Unternehmen eindeutig der Vergangenheit an. Das Suchgeschäft boomt: Allein in diesem Beratungsfeld erwirtschafteten die Personalberater 2011 ein Honorarvolumen von rund 1,21 Milliarden Euro.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 48.000 Positionen durch das Zutun der Headhunter besetzt. Besonders gefragt waren dabei Fachkräfte aus den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie Entwicklung und Forschung, wie die Studie zeigt. Erstmals wurde bei der BDU-Erhebung auch die Geschlechterverteilung er­­fasst. Demnach stieg der Anteil der Managerinnen auf den Vorschlagslisten von 21 Prozent (2010) auf 25 Prozent (2011), der Anteil der tatsächlich platzierten Kandidatinnen von 19 Prozent (2010) auf 23 Prozent (2011). Die Marktzahlen der Personalberater weisen auch darauf hin, dass Unternehmen mittelfristig mit höheren Ausgaben für die Personalbesetzung rechnen müssen. Denn die Suche nach geeigneten Kandidaten gestaltet sich immer schwieriger. 'Wir spüren bereits jetzt, dass manche Such- und Auswahlprojekte je nach Posi­tionsanforderung oder Branchenspezifika länger dauern und aufwendiger werden', sagt Michael Heidelberger, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung.

Recruiting wird teurer

Immer mehr Personalberatungsfirmen reagieren auf diese Entwicklung mit veränderten Honorarmodellen: Statt sich wie bisher am Zieleinkommen der zu besetzenden Position zu orientieren, berechnen viele Unternehmen ihr Honorar gemäß dem zu erwartenden Aufwand für die Suche. Teurer dürfte insbesondere die Rekrutierung gefragter Spezialisten werden. Denn bei den Preisen für die Platzierung dieser Kandidaten, mit Jahresgehältern zwischen 60.000 und 70.000 Euro, wollen viele Personalberater nachjustieren, sagte Heidelberger: Anstelle der branchenüblichen 29 Prozent des Zieleinkommens könnten zukünftig Festpreise von rund 30.000 Euro für das Finden der raren Experten fällig werden. In dem immer enger werdenden Bewerbermarkt sehen die Personalberater aber nicht nur für die eigene Branche eine große Herausforderung. 87 Prozent der Personalberater gehen zu­­dem davon aus, dass sich der Mangel an Fach- und Führungskräften zu einer ernst zu nehmenden Wachstumsbremse für viele Firmen entwickeln wird.

An der Markterhebung, die der BDU im März und April 2012 durchführte, beteiligten sich rund 250 Personalberatungsfirmen. Laut der Studie sind im Markt rund 2.000 Firmen mit rund 5.500 Beratern tätig.
Autor(en): (nip)
Quelle: managerSeminare 172, Juli 2012
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