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Studie: Die Zukunft in der Personaler

Personaler sehen sich künftig als strategische Partner im Unternehmen, geben gleichzeitig aber zu, im unternehmerischen Denken Defizite zu haben. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie 'Personalmanagement - quo vadis?', die das Institut für Führung und Personalmanagement (I.FPM) der Universität Stankt Gallen jetzt in Buchform vorstellt. Unter Leitung von Professor Dr. Rolf Wunderer wurden innerhalb von zwei Jahren Personalexperten von 41 international tätigen Unternehmen befragt. Sie sollten einschätzen, was das Personalmanagement beeinflussen wird und wie wird es sich bis 2010 verändern wird.

So steigt nach Ansicht der Befragten vor allem die Bedeutung des globalen Wettbewerbs. Entsprechend sehen sie ihre Aufgabe im Aufbau internationaler Teams und in der Auswahl und Entwicklung von flexibel einsetzbaren Mitarbeitern. Bei beidem können sie die Herausforderung klar benennen: Während von den Mitarbeitern Mobilität und Flexibilität schlichtweg erwartet werden, wollen diese nach Einschätzung der Befragten zunehmend Freizeit und Familie mit dem Beruf in Einklang bringen. Die Lösung könnte in Personalkonzepten liegen, die individuell auf die Mitarbeiter zugeschnitten sind und die deren persönliche Ziele berücksichtigen. Das würde nach Ansicht der Personaler eine flexiblere Arbeitsorganisation mit sich bringen, aber auch anspruchsvollere Weiterbildungsmöglichkeiten und einen größeren Entfaltungsspielraum für die Mitarbeiter sowie eine leistungsabhängigere Bezahlung.

Um diese Herausforderungen zu realisieren, müssen sich vor allem drei Bereiche der Personalfunktion ändern: Erstens wird die Personalauswahl künftig Bewerber stärker auf Soft Skill-Potenziale wie Motivation und Loyalität hin bewerten. Zweitens wird die Personalentwicklung die selbstverantwortliche Entwicklung von Leistungspotenzialen jeden Mitarbeiters unterstützen. Drittens müssten auch Entlassungen strategisch integriert werden, weil sich das Personalkarussell nach Meinung der Befragten bis 2010 sehr viel schneller als noch heute drehen wird.

Ergo: Die Personaler sehen sich künftig nicht nur als strategische Partner im Unternehmen, sie halten auch ihre Rolle als Antreiber der Veränderung - als Change Agent - im Jahre 2010 für wichtiger als heute. Für beide Rollen ist unternehmerisches Denken gefragt, eben jener Bereich, den sie ihrer eigenen Einschätzung nach bislang am schlechtesten erfüllen. Aber: Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.
Bedeutung der Rollenerwartungen an das Personalmanagement aus Sicht der Personaler

Strategischer Partner 1999: 3,1 2010: 4,3
Administrativer Experte 1999: 3,9 2010: 3,1
Förderer der Mitarbeiter 1999: 3,4 2010 3,1
Change Agent 1999: 2,6 2010: 4,2
1=geringe Bedeutung 5=sehr große Bedeutung, Mittelwert aller Antworten Bedeutung versus Erfüllung von Personalmanagementaufgaben im Jahr 2010

Größte Bedeutung im Jahr 2010:

Unternehmerisches agieren 52%
Vernetztes Denken entwickeln 32%
Visionen kommunizieren 32%
Vertrauen schaffen 32%
Menschen begeistern 28%
Coachen 24%
Mit knappen Ressourcen umgehen 24%
Initiativen belohnen 20%
Widersprüche ausgleichen 20%Im Jahr 2010 (voraussichtlich)...

-am schlechtesten erfüllt:
Unternehmerisches Denken 56%
Visionen kommunizieren 44%
Menschen begeistern 36%
Neue Wege gehen 32%
Alternative Lösungen tolerieren32%
Freiräume nutzen 32%
Kreativität stimulieren 28%

-am besten erfüllt:
Linie administrativ entlasten 68%
Mitarbeitern helfen 64%
Vertrauen schaffen 44%
Mit knappen Ressourcen umgehen 40%
Delegieren 40%
Enge Kundenkontakte pflegen 32%
Autor(en): (aen)
Quelle: managerSeminare 45, November 2000
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