Wissen

Streßmanagement

Die optimale Spannung finden ...

Mal ist die Feder zum Zerreißen gespannt, mal ist sie schlaff und ohne Kraft. Gesucht wird jene angenehme Mitte, jene optimale Federspannung, die sich genau zwischen der Anspannung und der Entspannung befindet.
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'Ich liebe hohe Spannung und stehe meistens unter Strom' sang vor einigen Jahren einmal ein bekannter Schlagersänger und meinte damit wohl sein eigenes aufregendes Leben, welches ihn mittlerweile an den Rand des gesundheitlichen Ruins gebracht hat (Herzinfarkt, Alkoholismus etc.). Die einen werden sagen: Er hat ein intensives Leben geführt. Die anderen werden sagen: Dieser Mann hat sich kaputt gemacht und am wirklichen Leben vorbeigelebt. Sicher ist: Er stand unter Dauerstreß. Er konnte nicht abschalten und ohne 'Spannung' auskommen.

'Spannung': aus dem Physikunterricht erinnern wir uns: In einem elektrischen Schaltkreis verhält sich die Spannung (U) proportional zum Widerstand (R) und umgekehrt proportional zum Stromfluß (I) - U=R*I. Das heißt: Bei wachsendem elektrischen Widerstand nimmt die Spannung zu, während der Stromfluß entsprechend abnimmt.
Was bedeutet dies auf den Menschen übertragen? Je größer die Widerstände, die Blockaden sind, desto größer ist die (An)-Spannung, und desto geringer der freie Energiefluß. Es fehlt die Leichtigkeit. Gehen wir einmal davon aus, daß Menschen Leichtigkeit und damit einen freien Energiefluß anstreben, so stellt sich die Frage nach Art und Beschaffenheit dieser Widerstände. Denn Widerstände führen zu Energieverlusten oder zu einer Erwärmung. Dieses Phänomen sollen einmal als Streß bezeichnet werden.

Der Streßforscher Seyle unterscheidet jedoch zwischen dem positiven, vitalisierenden und lebensnotwendigen Eustreß und dem negativen, schädlichen, lebenszerstörenden Disstreß. Disstreß ist für ihn eine Überforderung für den Organismus, ein negativer Streß, der auf Dauer zu Frustrationen und Erkrankungen führt (siehe Grafik EHK, S. 100)). Eustreß hingegen ist die gewisse 'Spannung' im Leben, welche für ein erfülltes Leben notwendig ist. Antistreßtrainer Dr. H. L. Becker formuliert es treffend: 'Wir benötigen Anspannung zur Lebensentfaltung. Gerade die Überwindung von Widerständen und Ängsten führt zu einer Weiterentwicklung. Eine systematische Abschirmung von allen Reizen würde allerdings zu einer Unterforderung führen, zu einer Unterspannung, zu einer Auflösung unserer Kräfte mit ebenfalls psychosomatischen Störungen'…
Autor(en): mse
Quelle: managerSeminare 15, April 1994, Seite 40-45
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