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Die Mehrheit der deutschen Bewerberinnen und Bewerber lehnt gendergerechte Formulierungen in Stellenanzeigen ab. Das zeigt eine Studie der Königsteiner Gruppe, für die das Marktforschungsinstitut bilendi bundesweit 1.028 deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Altersklassen befragte, die sich in den vergangenen zwölf Monaten in einem Bewerbungsprozess befunden haben. Über die Hälfte (53 Prozent) von ihnen gab an, sich an gendergerechte Ausdrucksweisen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I in Jobinseraten zu stören, nur 18 Prozent sprechen sich für sie aus.
Dabei zeigten sich nur geringe Unterschiede zwischen Männern und Frauen: 56 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen lehnen Gendersprache ab, während 21 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen sie unterstützen. Deutlichere Differenzen zeigen sich hingegen zwischen den Altersgruppen. Unter den über 50-Jährigen lehnen 59 Prozent entsprechende Formulierungen ab, nur zehn Prozent befürworten sie. In der Generation Z liegt die Ablehnung bei 46 Prozent, die Zustimmung bei 35 Prozent.
Hauptgrund für die Ablehnung der gendergerechten Sprache ist laut Studie die generelle Ermüdung bezüglich der Debatte: 74 Prozent der Befragten empfinden die „ewige“ Diskussion als „nervig“. Weitere Gründe sind ein gestörter Lesefluss (43 Prozent) sowie die Sorge um eine „Zerstörung“ der deutschen Sprache (36 Prozent).
Was das für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bedeutet, wurde in der Studie ebenfalls untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich die Ablehnung von Genderformulierungen in Stellenanzeigen direkt auf den Bewerbungsprozess auswirken können. So gab mehr als ein Drittel der Befragten, die sich am Gendern stören, an, deshalb auf eine Bewerbung zu verzichten.
Beitrag von Janine Dengel aus managerSeminare 336, März 2026