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Gekonnt das Gute erkennen

Stärken-Orientierung

Der unzuverlässige Kollege, das miese Essen in der Kantine, die nervige Umstrukturierung der Abteilung... Allzu oft sehen wir nur das Negative an anderen und sogar uns selbst. Ein fataler Automatismus, sagen Berater, die Unternehmen und deren Mitarbeiter dazu bekehren wollen, den Blick auf die eigenen Stärken zu richten - denn diese, so das Credo, sind das Fundament für Höchstleistungen.

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An Erfolgsgeschichten mangelt es der Deutschen Leasing AG nicht. Der Finanzdienstleister mit Sitz in Bad Homburg kann gleich eine ganze Sammlung davon vorlegen: in Form eines Büchleins, das die Abteilungen Personalentwicklung und Unternehmenskommunikation vor kurzem herausgegeben haben. Darin ist nachzulesen, wie eine Niederlassung durch besonders beherzte Teamarbeit einen großen Neukunden gewonnen hat. Oder wie ein einzelner Mitarbeiter durch sein außergewöhnliches Engagement ein lukratives Geschäftsfeld erschlossen hat.

Hintergrund der positiven Geschichtensammlung: Für die Entwicklung des neuen Unternehmensleitbildes fragten sich die Mitarbeiter der Deutschen Leasing in Interviews gegenseitig: Wann waren wir besonders innovativ? Wann war der Teamgeist im Unternehmen deutlich zu spüren? Wann zeigten sich Wertschätzung und Offenheit?

Die Berichte der insgesamt rund 200 interviewten Mitarbeiter wurden gesammelt und auf ihre typischen, immer wiederkehrenden Elemente untersucht. Diese wurden - ergänzt um einen vom Vorstand initiierten Kultur-Audit - in den neuen Wertekatalog aufgenommen, der seit einigen Monaten als Richtlinie für das Verhalten der Mitarbeiter gilt.

Reinhard Ramge, Leiter Personalentwicklung bei der Deutschen Leasing, wollte die Leitbildentwicklung nicht mit dem sonst üblichen Abgleich von Soll- und Ist-Zustand starten. „Das hätte den Blick auf die Defizite des Unternehmens gelenkt“, ist er überzeugt. Stattdessen hat er an den Potenzialen angesetzt und sich für die Methode Appreciative Inquiry (AI) entschieden (deutsch: wertschätzende Erkundung und Befragung ).

Extras:

  • Appreciative Inquiry: Die sieben Vorteile der Methode.
  • PE, OE oder Führung: Sechs Bereiche, in denen Stärkenorientierung gefragt ist.
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von drei Büchern über Stärken-Orientierung in der Personalentwicklung und in Veränderungsprozessen.

Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 114, September 2007, Seite 52 - 57 , 19149 Zeichen

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