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Manager im Hilbert-Raum

Im Hilbert-Raum kann der Beobachter nur das erkennen, was er sich vorstellen kann.
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Kennen Sie den Hilbert-Raum? Der deutsche Mathematiker David Hilbert entwickelte den inzwischen zum quantenmechanischen Standard avancierten und nach ihm benannten Datenraum Anfang dieses Jahrhunderts. Eine Art Black Box, randvoll mit anti-kausalen und nicht zeitlichen Welten, die jedoch für unsere Sinne „unsichtbar“ sind. Außer wenn wir – und das ist eine dieser typischen quantenmechanischen Zwickmühlen – unsere Aufmerksamkeit auf sie richten. Im Hilbert-Raum kann der Beobachter nur das erkennen, was er sich vorstellen kann, eine Art beobachtende Genese.

Das zur Einstimmung, schließlich geht es in diesem Bericht unter anderem um die „Quantenmechanik des Managements”. Und um den Mann, der diesen Begriff entwickelte, Dr. Rolf Berth: „Die Tragik der modernen Physik ist, daß sie nur von einer winzigen Minderheit verstanden und nachvollzogen werden kann. Diese Minderheit dürfte noch nicht einmal 0,001% der Menschheit beziffern, so die Vermutung der OECD. Unter den von uns befragten 463 Managern der drei obersten Hierarchiestufen, zu 93 Prozent Akademiker, konnten wir ganze 9 Manager ermitteln, die uns ungefähr sagen konnten, was Heisenbergs Unschärferelation – immerhin eines der wichtigsten physikalischen Gesetze – denn eigentlich besagt. Der Grund dafür liegt in der fehlenden Anschaulichkeit der modernen Physik.”

Dem entgegenzutreten, meint der deutsche Vorzeigephysiker Hans-Peter Dürr, ist eigentlich längst überfällig, denn „unsere gesamte heutige Welt ist von der Quantenphysik geprägt, unsere gesamte Technologie läßt sich daraus ableiten. Nur philosophisch ist ihre Grundentdeckung nicht aufgenommen worden. Die Zukunft ist offen. Wir aber leben weiterhin in der deterministisch-kausalen Welt und nützen diese Offenheit nicht, wir wagen uns nicht in diese Freiheit hinaus.” Einer, der sich hinausgewagt hat, ist Rolf Berth. Jahrzehntelang erfolgreicher Manager, verließ er Mitte 40 den abgesteckten Rahmen einer Business-Karriere, um zu neuen Ufern aufzubrechen…
Autor(en): Lutz Berger
Quelle: managerSeminare 22, Januar 1996, Seite 48-55
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