Lernen

Psychodrama

Schauspiel für die Seele

Psychodrama ist nicht - wie manch einer vielleicht denken mag - eine andere Bezeichnung für Mobbing, sondern eine Form der Psychotherapie, die von dem Psychiater Jakob Levy Moreno entwickelt wurde. Die Idee des Psychdramas: Die Klienten bringen ihre Probleme und Konflikte auf die Bühne. Auch im Management-Training kann die Methode eingesetzt werden. Wie das funktioniert, erklärt Trainerin Dr. Susanne Motamedi.
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'Ich habe da so einen Mitarbeiter, der macht buchstäblich, was er will. Manchmal denke ich sogar, er macht mit Fleiß das Gegenteil von dem, was ich sage. Neulich zum Beispiel, da hat er....' Und dann folgt eine lange Geschichte, die nur für den Betroffenen interessant ist. Was macht der Trainer in dieser Situation? Er lenkt die Erzählung in ein spontanes Rollenspiel um. Davon profitiert nicht nur die Seminargruppe. Auch die betroffene Führungskraft, die mit ihrem Mitarbeiter nicht zurecht kommt, macht neue Erfahrungen. Indem der Manager die Szene in verschiedenen Variationen durchspielt, kann er sowohl sich als auch seinen Mitarbeiter anders sehen. So kann das Rollenspiel Verhaltensänderungen bewirken.

Die Idee, aktuelle Probleme und Fragen in spontane Rollenspiele umzuarbeiten, stammt von Jakob Levy Moreno (1889-1974). Er nannte seine Methode Psychodrama. Passend, da die aktuelle psychische Situation auf einer Art Theaterbühne inszeniert wird. Dabei ist unwesentlich, was in der Konfliktsituation tatsächlich vorfiel. Von Interesse ist jetzt lediglich, wie der Betroffene das für ihn schwierige Gespräch erlebt hat. Der Trainer hat die regieführende Rolle inne: Er inszeniert das Problem mit allen wesentlichen Beteiligten auf der Bühne. Laut Moreno erhält der Darsteller durch dieses Rollenspiel mehr neue Einsichten und Gefühle als durch Gespräche und Diskussionen in der Gruppe. Das Erleben sei beeindruckender als das Vorstellen…
Autor(en): Dr. Susanne Motamedi, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 34, Januar 1999, Seite 95-98
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