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Chef, bist Du gut!

Menschenführung

Sie ist eines der größten Probleme für Unternehmen im Umbruch: die mangelhafte Führung. Wenn Hierarchien verschwinden, rückt die Kompetenz des Führenden ins Blickfeld – umso mehr in einer Zeit, die von dem Mißverständnis

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von managerSeminare
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Nach den Politikern trifft es nun die Führungskräfte und Manager der Wirtschaft. Spott und Häme der Öffentlichkeit ergießen sich über sie. Den „Nieten in Nadelstreifen” folgen „Die Neurosen der Chefs” in den Bestsellerlisten des Buchhandels. Skandale á la Metallgesellschaft, Balsam AG oder Schneider eignen sich inzwischen für Sondersendungen quotenfixierter Fernsehsender. Die Entmystifizierung der Wirtschaftsführer ist im Gange, was inzwischen auch der Kölner Soziologe Erwin K. Scheuch in einer Studie für das managermagazin eindrucksvoll belegte: Die Manager großer Konzerne sind vor allem eines: unspektakulär in Werdegang und Persönlichkeit, fleißig, effizient – ja beinahe schon farblos. Überdurchschnittlich ist hingegen ihr geradezu unerschütterliches Selbstbewußtsein ausgeprägt. Doch ist das in dieser Position nicht schon wieder eine rührend menschliche Schwäche?

Die verbreitete Kritik an der Führungsqualität von Vorgesetzten ist nicht nur in großen Konzernen spürbar. Gerade in mittelständischen Unternehmen hat die Rezession ihre Nachwirkungen im Betriebsklima hinterlassen. Die einst so geschätzte familiäre Atmosphäre von Betrieben, in denen der Chef noch jeden Mitarbeiter mit Namen kennt, weicht häufig blankem Zynismus und Weltuntergangsstimmung, wenn dem Unternehmen – mehr oder weniger schuldhaft – das Wasser bis zum Hals steht. Souveräne und gestandene Unternehmerpersönlichkeiten entpuppen sich als „normale” Menschen, die unsicher reagieren und plötzlich alle Eigenschaften des entschlossenen „Machers” missen lassen.

Genau der aber scheint mehr denn je gefordert. In einem Umfeld, das gekennzeichnet ist von zunehmender wirtschaftlicher Dynamik bei gleichzeitigem Wertewandel, so ist allerorten zu hören und zu lesen, ist die entschlossene, begeisterungsfähige, risikofreudige und visionäre Führungskraft gefragt. Doch diese Attribute überfordern nicht nur das Gros der Führungskräfte, sie werden auch insgeheim gefürchtet in einer Gesellschaft, die mit visionären, begeisterungsfähigen Führern ihre traumatischen Erfahrungen gesammelt hat…

Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 20, Juli 1995, Seite 80 - 87 , 26905 Zeichen

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