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Mediation

Menschliche Fehler

Das Ziel der Mediation ist es, Konflikte einvernehmlich beizulegen, Eskalationen und teure Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Wenn dies nicht gelingt, liegt das nicht allein an den Konfliktparteien. Auch der Mediator kann folgenschwere Fehler machen.
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'Wer a sagt, der muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war', wusste schon Bertolt Brecht. Diesen Bewusstseinsprozess zu fördern, wenn Feuer unter dem Dach ist, und außergerichtliche Vereinbarungen zu ermöglichen, die den wechselseitigen Interessen der Konfliktpartner gerecht werden, das ist zentrale Aufgabe eines Mediators.
Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht - leider - oft anders aus. Denn auch Mediatoren machen Fehler, zumal Fallstricke reichlich lauern, schon in der Vorbereitung und in der Phase der Auftragsklärung. Wer genau hinschaut, entdeckt typische Fehler, die immer wieder auftreten.

Manche Mediatoren nehmen vorschnell Aufträge an, ohne sich zu fragen, ob sie tatsächlich mit dem jeweiligen Thema arbeiten können. Denn es gibt Themen und Aufträge, die einen selbst persönlich so sehr beschäftigen, abstoßen, involvieren, dass der notwendige professionelle Abstand und die neutrale Haltung nicht gewahrt werden können. Etwa, wenn es um ein Unternehmen geht, in dem nahe Verwandte arbeiten, oder um eine Trennung, die man unter Umständen gerade selbst verarbeiten musste. Im Zweifelsfall ist es dann besser, für den Kunden wie für den Mediator, den Auftrag abzulehnen.

Das gilt auch für den Fall, wenn man nicht dicht genug am Thema ist. Das Mediationsverfahren impliziert zwar, dass die Konfliktparteien selbst die Lösung erarbeiten und Inhalte nicht vorgeben werden. Doch der Mediator sollte sowohl die Rahmenbedingungen des jeweiligen Themas bestens kennen als auch im Bedarfsfall schnellen Zugriff zum Beispiel auf weitere sachliche und rechtliche Informationen haben. Auch hier heißt es, Finger weg vom Auftrag, selbst wenn es den eigenen wirtschaftlichen Interessen widerspricht.
Autor(en): Sabine Engel
Quelle: management&training 05/04, Mai 2004, Seite 38-39
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