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Interaktionsformate auf dem Prüfstand
Interaktionsformate auf dem Prüfstand

Zu viel gewollt

Wenn Unternehmen wichtige Themen außerhalb der Reihe bearbeiten wollen, berufen sie dazu oft einen Workshop ein. Oder sie veranstalten ein Großgruppenevent. Doch solche Interaktionsformate liefern selten jene tragfähigen Ergebnisse, die man sich von ihnen erhofft, so die Beobachtung von Mascha Nolte, Andreas Hermwille und Jan Heilmann. Die Berater glauben: Die Ursache liegt darin, dass man zu viel gleichzeitig will – sachliche Tiefe und Zugewinne auf der Sozialebene.

Preview

Vermeintliche Tugend: Wieso es verpönt ist, Workshops und Co. inhaltlich tief vorzubereiten

Verkannte Ergebnisse: Was man von Interaktionsformaten im üblichen Design tatsächlich erwarten kann – und was nicht

Unterschätzter Aufwand: Wie man Veranstaltungen angehen müsste, wenn diese zu tragfähigen Ergebnissen führen sollen

Ungewöhnliche Sichtweise: Wieso man über die sozialen Einschränkungen bei Online-Workshops nicht immer traurig sein muss

Entscheidende Ausgangsfrage: Warum der Zweck über die Gestaltung von Firmenveranstaltungen entscheiden sollte


Cover managerSeminare 292 vom 17.06.2022Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 292

Interaktionsformate im Kleinen und Großen – Workshops wie auch Großgruppenevents – erfreuen sich in Unternehmen anhaltender Beliebtheit. Die Hoffnungen, die sich an solche Formate knüpfen, sind groß. Die Idee hinter ad hoc einberufenen Workshops besteht darin, organisationale Themen, die man nicht einfach „von oben“ entscheiden oder in einem Regelmeeting abhandeln kann, sondern die die Einbeziehung unterschiedlicher Stakeholder erfordern, in kürzester Zeit bearbeiten zu können. Häufig wird wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass ein bis zwei Tage, an denen sich die relevanten Stakeholder dem fraglichen Thema widmen und ihre Sichtweisen und Interessen einbringen, ausreichen, um tragfähige Entscheidungen treffen zu können.

Die Idee hinter Großgruppenevents ist ähnlich. Nur, dass hier binnen ein, zwei Tagen möglichst viele Organisationsmitglieder ihre Perspektiven einbringen und gleichzeitig an einem Thema wie der Reorganisation, der strategischen Neuausrichtung oder Leitbildentwicklung des Unternehmens arbeiten sollen. Kaum eine Organisation verzichtet heute darauf, die Mitarbeitenden immer mal wieder in Großkonferenzen wie Open Space, Zukunftskonferenz oder in einem Strategieforum zusammenzubringen, um gemeinsam Entscheidungen herbeizuführen, die dann – so die Annahme – aufgrund der vorangegangenen umfassenden Partizipation auf einem ganz besonders soliden Fundament ruhen.

Es gilt als Tugend, Veranstaltungen inhaltlich kaum zu planen

Die hehren Erwartungen stehen häufig in einem Missverhältnis zum meist überschaubar ausfallendem Vor- und Nachbereitungsaufwand, der für die Veranstaltungen betrieben wird. Gerade in Situationen, in denen schnell entschieden werden muss, wird gern ein „Ad-hoc-Workshop“ anberaumt. Für die Planung und Durchführung werden dann häufig interne oder externe Moderatorinnen und Moderatoren angefragt, die sich schnell in die Thematik einarbeiten und ein Konzept für die Veranstaltung erstellen sollen. Diese Vorarbeit beschränkt sich meist darauf, dass die relevanten Teilnehmenden identifiziert werden, der Veranstaltungsort ausgewählt wird und man sich grob ins Thema einarbeitet, während für eine ausführliche inhaltliche Vorbereitung die Zeit fehlt. Mehr noch: Eine gründliche Vorbereitung inhaltlicher Art gilt vielen sogar als kontraproduktiv. Umfassendes Kontextwissen der Moderation könnte bereits zu viel vorwegnehmen, wenn nicht gar manipulative Wirkung entfalten und die Teilnehmenden beeinflussen, so die Warnung. Die wirkliche Arbeit solle daher während der Veranstaltung stattfinden.

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