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Die Wirtschaft steckt tief in der Krise, umso wichtiger ist es, dass die Transformation in den Unternehmen gelingt. Als „Verwalterin“ dieses Wandels kommt HR dabei die zentrale Rolle zu. Den Schluss zieht der Bundesverband für Personalmanager*innen (BPM) in seinem HR-Forecast, den er 2026 bereits zum achten Mal veröffentlicht. Darin stellt der Verband die für ihn bestimmenden Themen der Personalarbeit für das kommende Jahr vor, ermittelt, welche Rolle die Personalmanagement im Unternehmenskontext spielt, und zieht die langfristigen Linien für die Evolution von HR. Kern des Forecasts sind sechs Thesen, die am 13. Januar 2026 in einer virtuellen Jahresauftaktveranstaltung des BPM vor rund 300 HR-Verantwortlichen präsentiert wurden. Dabei traf gerade die erste These den Nerv der Community: „HR muss seine Change-Kompetenzen massiv ausbauen.“ In der anhaltenden Krise reiche es nicht mehr, Veränderungen „freundlich zu begleiten“, heißt es im Forecast. Stattdessen müsse HR in die Offensive gehen und Change-Fähigkeiten in der Führung, in der Kultur und der Struktur der Organisation verankern, um so den Grundstein für eine leistungsfähige Zukunft zu setzen.
Für eine solche bedarf es laut BPM einer Balance zwischen den Change-Anforderungen der Unternehmen und den zunehmend individualisierten Ansprüchen der Mitarbeitenden. Zwischen diesen Fronten zu moderieren, stellt für den BPM aktuell die zweite zentrale HR-Aufgabe dar. „HR muss für mehr Balance sorgen“, formuliert sie der BPM als These. Dazu müssten Personalmanagerinnen und -manager im neuen Aktionsfeld zwischen Bürgerfrust und Betriebsrat navigieren, das immer deutlicher Konturen gewinnt. „Interessenvertretungen, die Populismus predigen, machen Mitbestimmung zur Bühne für Polarisierung und verspielen Vertrauen“, heißt es im Forecast. Es komme nun darauf an, dort korrigierend einzugreifen und Konflikte mit klarem Kompass zu bearbeiten, so die Autorinnen und Autoren weiter, oder wie als dritte These formuliert ist: „HR braucht eine der Demokratie verpflichtete Mitbestimmung.“
Weniger neu, dafür aber umso dringender ist eine weitere Aufgabe: „HR muss das drohende generationale Loch schließen“, bringt sie der BPM thesenartig auf den Punkt. Die Förderung vereinfachter Einwanderung und vollständige Integration internationaler Fachkräfte sei dafür (weiterhin) wichtig, reiche aber nicht aus. „Gerade jetzt, wo Künstliche Intelligenz zunehmend viele der Aufgaben übernimmt, die vormals die Arbeit von Berufsanfängern bildeten, ist eine Personalplanung mit klarer Perspektive gefragt, die junge Talente integriert, sowie eine nachhaltige Personalplanung, die Übergänge generationenübergreifend gestaltet“, betont Matthias Kempf, Präsident des BPM, bei der Vorstellung der Thesen.
„Wer Change-Kompetenz mit dem freundlichen Begleiten von Veränderungen verwechselt, wird zur Chefarchitektin des eigenen Bedeutungsverlusts.“ (Matthias Kempf, Präsident des BPM)
Auch archaischen IT-Systemlandschaften sagt der BPM 2026 den Kampf an: „HR braucht ein souveränes Navigieren in der VUCA-Welt“, lautet eine weitere These. Damit ist vor allem gemeint, „datenbasiert beweglich“ zu werden, indem HR neue Datenarchitekturen aufbaut, die dabei helfen, Veränderungen früh zu erkennen und zu steuern. Doch die anstehende Transformation verlangt nicht nur nach technischer, sondern auch nach sozialer Souveränität, heißt es im Bericht. Laut dem Bundesverband gilt es für HR nun, sich auf die Basics zu besinnen: „HR muss mehr denn je das eigene Handwerk exzellent beherrschen“, lautet die letzte These im Set. Bedeutet konkret: evidenzbasiert und regelgetrieben arbeiten, aber dabei kreativ, human und verantwortungsvoll bleiben.
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 336, März 2026