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HR-Herausforderungen

Die Führung verbessern

Die Führung stärken, dem Fachkräftemangel begegnen, Mitarbeiter ans Unternehmen binden, Veränderungen meistern und die Work-Life-Balance verbessern – das sind einer Studie des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM), Berlin, zufolge die größten Herausforderungen für das HR-Management deutscher Unternehmen in den kommenden zwei Jahren. An der Umfrage, die der BPM beim Geva Institut in Auftrag gegeben hat, haben sich insgesamt 2.227 Mitarbeiter des Personalbereiches beteiligt.

Ihre Einschätzung von wichtigen Themen differiert allerdings entsprechend der Größe und wirtschaftlichen Lage ihrer Firma. So stellt der Fachkräftemangel für kleine Firmen eine größere Herausforderung dar als für mittlere und große Betriebe. Umgekehrt fühlen sich kleinere Firmen weniger als große Betriebe unter Zugzwang, die Führungsqualität zu verbessern. Firmen, denen es ökonomisch schlechter geht, haben in den nächsten Monaten andere Sorgen als die Bewältigung des Fachkräftemangels und das Thema Work-Life-Balance. Das Thema 'Veränderungen meistern' hat bei ihnen höheres Gewicht. Auch ökonomisch kränkelnde Betriebe richten jedoch den Fokus stark auf die Führungsqualität. Zudem zählt die Bindung von Mitarbeitern für sie nicht weniger als für prosperierende Firmen. Während man dies weitsichtig nennen kann, deutet ein weiteres Ergebnis der Studie eher auf Kurzsichtigkeit hin: Für Personaler aus Betrieben, die sich durch rückläufige Mitarbeiterzufriedenheit auszeichnen, stehen Faktoren wie die Förderung von Werteentwicklung und Unternehmenskultur, die Etablierung einer guten Work-Life-Balance und die Einrichtung von Fachlaufbahnen und strukturierten Karrieren seltener auf der Liste der größten Herausforderungen als für Unternehmen mit gleich bleibender oder steigender Mitarbeiterzufriedenheit. Womöglich ist genau das Ursache des Problems.
 
Die Personaler selbst indes sehen sich gut gerüstet für alle kommenden Herausforderungen. Denn laut Eigenaussage steht es um ihre Arbeitszufriedenheit und ihr Engagement bestens. 'Ein Ergebnis, das uns in diesem Ausmaß erstaunt hat', kommentiert BPM-Referentin Sandra Koch. Es erscheint umso erstaunlicher, weil die Personaler auch zu Protokoll gegeben haben, nur wenig Einfluss auf die Firmenstrategie zu haben und nur wenig Wertschätzung und Anerkennung zu bekommen. Beides ist ihnen laut Studie angeblich aber auch gar nicht so wichtig. Jedenfalls weniger wichtig als z.B. die gute Zusammenarbeit mit den Führungskräften, ihre Tätigkeit an sich, die Zu­­sammenarbeit mit den Kollegen und die Vergütung. Auch auf die berufliche Weiterentwicklung legen nur 28 Prozent der Personalprofis besonderen Wert. Wird da die Not zur Tugend erklärt? Sind die Personaler so von sich überzeugt, dass sie glauben, Anerkennung und Weiterentwicklung nicht zu brauchen? Und kann überhaupt jemandem, der sich selbst mit so wenig Anerkennung und Weiterentwicklung bescheidet, zugetraut werden, beides im Unternehmen voranzutreiben? – Fragen, die die Studie offenlässt ...
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 185, August 2013
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