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Sind diejenigen, die unbedingt führen möchten, auch wirklich die besten Führungskräfte? Der Frage ist eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) mit 555 Teilnehmenden auf den Grund gegangen. Um sie zu beantworten, führten die Forschenden ein Experiment durch, für das sie die Probandinnen und Probanden zufällig in zwei Gruppen einteilten.
In einer Gruppe konnten die Teilnehmenden auf einer Skala von eins bis zehn angeben, wie gerne sie eine der fiktiven Führungspositionen übernehmen würden, wobei jene die Positionen bekamen, die sie am meisten wollten. In der anderen Gruppe wurden die Führungspositionen zufällig ausgewählten Personen zugewiesen. Anschließend waren die auserkorenen „Führungskräfte“ in einer kollaborativen Aufgabe für je zwei Mitarbeitende zuständig. Ihre Rolle bestand darin, den Fortschritt zu verfolgen, den Mitarbeitenden Aufgaben aus verschiedenen Modulen zuzuweisen und das Team bei Laune zu halten.
Das überraschende Ergebnis: Die Gruppen mit den Führungskräften, die unbedingt führen wollten, performten deutlich schlechter als die Gruppen mit zufällig ausgewählten Führungskräften. Die Erklärung der Studienautoren: Der Wille zur Führung ist oft bei sogenannten Self-Promotern besonders ausgeprägt. Solche tendieren jedoch auch dazu, sich und ihre Skills zu überschätzen. Die Folge: Sie geben sich weniger Mühe, gehen weniger bedacht und reflektiert vor.
Besonders relevant ist das im Führungskontext auf der sozialen Ebene, wie die Studienergebnisse unterstreichen. Je mehr die „Self-Promoter“ ihre sozialen Kompetenzen überschätzten, desto schlechter performten ihre Teams. Relevant ist das Ergebnis laut den Forschenden vor allem deshalb, weil typische Self-Promoter-Eigenschaften wie selbstbewusstes Auftreten und Extraversion mit der Wahrscheinlichkeit, zur Führungskraft befördert zu werden, stark korrelieren. Sie raten daher dazu, bei der Führungskräfteauswahl bewusst stärker auf relevante Skills zu achten; wie etwa die Fähigkeit, schlaue wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 336, März 2026