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Die Gute-Laune-Lüge

Geschäftsfeld Glückstraining

Seit Jahren singen Buchautoren, Redner und Berater ein Loblied auf die gute Laune. Glücklichsein macht erfolgreich und Glücklichsein ist machbar – so ihre Lehre. Doch jetzt treten immer mehr Kritiker auf den Plan, die warnen: Das Streben nach dem Glück blockiert bloß. Wer auch mal seiner miesen Laune nachgibt, ist letztlich erfolgreicher als der ewige Glückssucher. Und glücklicher.


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Nur wer Spaß an der Arbeit hat, der wird auch erfolgreich sein. Nur Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitern schreiben dauerhaft schwarze Zahlen. Laune macht Leistung. Das ist die einfache Gleichung, die wir seit Jahren verinnerlicht haben. Die Glücksratgeber füllen ganze Regalmeter in den Buchhandlungen. Experten warnen in Fachzeitschriften und Vorträgen vor den Folgen schlechter Stimmung. 'Nicht glücklich zu sein, ist heute ein Makel, den es um jeden Preis loszuwerden gilt', beobachtet der Heidelberger Psychologe Arnold Retzer. Und der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid sagt es noch drastischer: 'Wer unglücklich ist, hat die moderne Pest, er wird behandelt wie ein Aussätziger.'

Seit Kurzem aber mehren sich Gegenstimmen wie die von Retzer und Schmid. Plötzlich drängen sich in die Reihen der Glücksratgeber immer mehr Bücher wider den Zwang zum Glück. Den Anfang machte vor einigen Jahren die US-Journalistin Barbara Ehrenreich mit ihrem Buch 'Smile or Die', mit dem sie gegen den grassierenden Zwangsoptimismus in ihrem Lande zu Felde zog. Hierzulande hat die Gegen-Glücksbewegung vor allem in den vergangenen Monaten kräftig nachgelegt – sei es mit flapsig daherkommenden Titeln wie 'Ich bleib so scheiße wie ich bin' von Rebecca Niazi-Shahabi, mit psychologisch fundierten Streitschriften wider das penetrant positive Denken oder philosophisch-klugen Betrachtungen zum Wert der miesen Laune. Eine solche hat Wilhelm Schmid verfasst.

Der Philosoph ist wie seine Mitstreiter überzeugt: Die vielen Glücksratgeber machen letztlich vor allem eins – kreuzunglücklich. Wer etwas für sein Glück und seinen Erfolg tun will, der sollte seiner Meinung nach besser vom dezidierten Streben nach Glück Abstand nehmen und sich mit dem Gedanken anfreunden, dass ein Leben ohne Schattenseiten, ein Leben nur im Glück erstens nicht machbar und zweitens nicht wünschenswert ist.

Extras:

  • Das Unglück akzeptieren – das Normale schätzen: Neun Tipps gegen das zwanghafte Streben nach Glück
  • Wie wichtig ist Zufriedenheit unter Mitarbeitern? Die Ergebnisse der managerSeminare-Leserumfrage aus Heft 184
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von vier Büchern über Glück und Unglück

Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 186, September 2013, Seite 26 - 32 , 22656 Zeichen

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