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In einer Arbeitswelt, die von Unsicherheit, Krisen und kontinuierlichem Wandel geprägt ist, wächst bei Führungskräften der Bedarf an Orientierung für das eigene Handeln. Aktuelle Führungskonzepte wie New Work, Agilität oder Ambidextrie gelten dabei als mögliche Hilfestellungen, um Entscheidungen unter komplexen Bedingungen besser zu treffen, Veränderungsprozesse wirksam zu steuern und Organisationen anpassungsfähig zu halten. Doch den meisten Führungskräften der höheren Ebenen sind Führungskonzepte wie diese bislang nur teilweise oder gar nicht bekannt. Das geht aus einer qualitativen Studie des Beratungsunternehmens Boening Consult hervor, für die 77 höhere Führungskräfte aus unterschiedlichsten Branchen in Deutschland rund um das Thema Führung interviewt und ihr Kenntnisstand zu sieben aktuell relevanten Führungskräftekonzepten erhoben wurde, darunter situative Führung, New Work, agile Führung, transformationale Führung, Ambidextrie, transaktionale Führung sowie Agilität 1.0 und 2.0.
„Die von uns registrierten Erwartungen von oberen bis mittleren Führungskräften an ihre eigenen Führungskräfte hinken den externen Erfordernissen sowie dem machbaren Wissensstand deutlich hinterher und sollten in die künftigen Formen des Lernens von Führung wesentlich stärker als bisher einbezogen werden.“
Besonders gering ausgeprägt ist die Vertrautheit der Befragten mit den Führungskonzepten Ambidextrie, transaktionale Führung sowie Agilität 1.0 und 2.0 – diese Konzepte sind jeweils der Mehrheit unbekannt. Etwas besser bekannt sind hingegen situative Führung, New Work, agile Führung und transformationale Führung, auch wenn die Fähigkeit zur präzisen inhaltlichen Einordnung insgesamt eher begrenzt bleibt (siehe Grafik).
Quelle: managerseminare.de; Studie „Führung: Lernen, Umsetzung und Nachhaltigkeit“ des Beratungsunternehmens Boening Consult, n=77, 2025
Dieses fehlende Wissen der Mehrheit über aktuelle Führungskonzepte spiegelt sich auch in den Erwartungen der oberen Führungskräfte an die nachgeordneten Führungsebenen wider. Zentrale Aufgaben, die sich aus den aktuellen Führungskompetenzen ergeben, spielen bei diesen nur eine untergeordnete Rolle. So sagte etwa nur jeder und jede siebte Interviewte, von den eigenen Führungskräften zu erwarten, agil auf Veränderungen zu reagieren und selbst Vorbild in diesen Prozessen zu sein.
Als wichtigste Erwartungen wurden dagegen vor allem „Klassiker“ genannt wie „Umgang mit Mitarbeitenden im Tagesgeschäft“ (40 Nennungen), „Entscheidungsfindung und Umsetzung“ (35 Nennungen) sowie „Kommunikation und Abstimmung“ (32 Nennungen). „Die von uns registrierten Erwartungen von oberen bis mittleren Führungskräften an ihre eigenen Führungskräfte hinken den externen Erfordernissen sowie dem machbaren Wissensstand deutlich hinterher und sollten in die künftigen Formen des Lernens von Führung wesentlich stärker als bisher einbezogen werden“, ordnet Uwe Böning, Inhaber von Boening Consult, dieses Ergebnis ein.
Hier geht es zur vollständigen Studie: msmagazin.info/340Fuehrung
Beitrag von Janine Dengel aus managerSeminare 340, Juli 2026