Management

Frauen im Management

Evolution statt Revolution

Frauen tun sich mit dem Aufstieg in der Unternehmenshierarchie nach wie vor schwer. Sie ticken anders als ihre männlichen Kollegen und scheitern häufig an deren Spielregeln. Dennoch, so sind sich die Experten einig, können und sollten sie Stück für Stück die Führungsetagen erobern. Und Unternehmen tun gut daran, ihnen dabei zu helfen.
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Derzeit wird kaum ein Manager so gefeiert wie Christine Licci. Die Chefin der Citibank wird für ihr Kommunikationstalent und für ihre Nähe zu den Mitarbeitern gelobt. Ehrlich sei sie und gewinnend. Gleichzeitig stimmen ihre Zahlen: Die Citibank ist eine der profitabelsten Banken Deutschlands. Somit passt Licci perfekt zu der These, dass Frauen mit ihren sozialen Kompetenzen die besseren Führungskräfte sind und die Männer bald das Fürchten lehren werden.

Sonst sind derzeit allerdings eher Zweifel an einem schnellen Siegeszug der Frauen angesagt. Denn obwohl Frauen mittlerweile ebenso zahlreich studieren wie Männer, gibt es immer noch sehr viel weniger weibliche als männliche Führungskräfte. Nach einer Untersuchung der Personalberatung Dr. Heimeier & Partner lag im Jahr 2002 die Quote von Frauen im oberen Management bei fünf Prozent, im mittleren Management bei 14 und im unteren Management bei 19 Prozent. Vergleichbare Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Dieses Ungleichgewicht lässt sich nicht allein mit der stärkeren Verantwortung der Frauen für Kinder und Familie erklären, wie Beobachtungen aus den Unternehmen zeigen: “Wir hatten Mitte der neunziger Jahre nach zahlreichen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon einen Haken unter das Thema Frauenförderung gemacht”, sagt Diane Edfelder, Referentin für Frauen- und Familienpolitik in der BMW Group. “Doch dann haben wir gemerkt, dass es Frauen immer noch schwerer haben - auch diejenigen ohne Kinder.”

Nach Gründen muss man nicht lange suchen. Sie springen einen förmlich an - in Form des Bestsellers “Das dämliche Geschlecht - warum es so wenig Frauen im Management gibt”. In dem Buch erklärt die Journalistin Barbara Bierach, dass Frauen nicht unterprivilegiert sind und nicht von Männern an den Herd gedrängt werden, sondern dass sie sich häufig einfach “saublöd” verhalten.

Extras:
  • Info-Kasten: Die Fallen erkennen: Was sind die weiblichen und männlichen Rollenmuster und wie lassen sie sich überwinden?
  • Info-Kasten: Umfrage der Unternehmensberatung Accenture: Die Motive und Strategien von Frauen in Führungspositionen.
  • Buchtipps: Kurzrezension der Bücher “Das dämliche Geschlecht” von Barbara Bierach, “Angst vor Fehlern? Schwerer Fehler” von Karin Kreutzer und “Spielregeln im Job” von Isabel Nitzsche.
Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 75, April 2004, Seite 22-28
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