Lernen

Fernlehre

Lernen per Brief und e-Mail

Der e-Learning-Hype ist vorbei, Fernstudiengänge sind in. Der Markt boomt - und das liegt nicht nur am Willen der Firmen, Kosten für Präsenzunterricht zu sparen, sondern auch am Erfahrungsbonus, den die Fernlerninstitute mitbringen: Blended Learning - in Form einer Mischung aus Präsenzunterricht und Selbststudium - ist für sie schon lange gang und gäbe. managerSeminare über eine Branche im Aufwind.
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Die einen lassen sich nach der Arbeit müde in den Fernsehsessel fallen, die anderen gehen noch einmal ran: Erneut setzen sie sich an den Schreibtisch, lesen Studienbriefe, lernen, wenn die Familie schon längst schläft. “Kein leichtes Pensum”, beschreibt Josef Foschepoth von AKAD, einer Gruppe von Fernhochschulen mit Hauptsitz in Stuttgart, die Last, die Fernstudenten zu stemmen haben: Zwischen einer und anderthalb Stunden Zusatzarbeit schultern die Weiterbildungswilligen pro Tag - und wer das unter der Woche nicht schafft, hat am Wochenende umso mehr zu tun.

Aber viele Berufstätige nehmen es freiwillig auf sich. “Wachsende Nachfrage”, so lautet die Botschaft vom Markt für Fernstudien. Immer mehr Menschen schreiben sich für Lehrgänge ein, die weitgehend auf Seminarräume und Trainereinsatz verzichten. Allein 2001 gab es 3,4 Prozent mehr Fernlernende als im Vorjahr - 155.000 Teilnehmer waren insgesamt bei Fernhochschulen und Fernkurs-Veranstaltern eingeschrieben. “Die Branche ist auf Expansionskurs”, beschreibt Martin Kurz vom Deutschen Fernschulverband (DFV), Hamburg, mit Blick auf die in seinem Auftrag ermittelten Zahlen den Trend. Das Geschäft mit den Fernkursen zog reichlich neue Anbieter an: Im Jahr 2002 waren 275 Fernlehr-Veranstalter auf dem Markt, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Weiterbildungs-Format Fernkurs scheint dem momentanen Zeitgeist zu entsprechen. Der Arbeitsdruck ist groß, gelernt werden muss dennoch - das ist Vorgesetzten wie Mitarbeitern klar. Für ausgedehnte Präsenzseminare fehlt aber die Zeit. “Deshalb wird auf Lernformate ausgewichen, die den Arbeitsfluss möglichst wenig unterbrechen und die knappe Lernzeit bestmöglich ausschöpfen”, beschreibt Foschepoth, der Professor für Geschichtswissenschaft ist, den Bedarf: Lernen soll flexibel sein, ortsunabhängig - und möglichst wenig feste Zeiten in einem ohnehin schon vollen Terminkalender beanspruchen.

Extras:
  • Info-Kasten: Fernlehranbieter erobern den Corporate-Learning-Markt.
  • Umfrage-Ergebnisse der AFW Wirtschaftsakademie Bad Harzburg GmbH: Führungskräfte stimmen gegen reines e-Learning.
Autor(en): Axel Gloger
Quelle: managerSeminare 67, Juni 2003, Seite 44-52
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