Management

Diversity Management

Multi-Kulti in der Arbeitswelt

Ausländer machen in Deutschland Karriere: nicht nur international rekrutierte Nachwuchsmanager, sondern auch Kinder der vor Jahren eingewanderten Türken, Rumänen und Russen. Wie Multi-Kulti-Belegschaften produktiv zusammen arbeiten können, zeigt das Beispiel USA. Die neue Aufgabe der Personalarbeit heißt Diversity Management.
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Alltag im globalen Unternehmen: In der Autofabrik in Brasilien gibt es ein Problem. Die Fertigung steht still, das neue Modell kann nicht ausgeliefert werden. Binnen Stunden die Entscheidung: Hilfe soll aus dem Mutterhaus kommen. Eine Truppe schwäbischer Meister macht sich noch am selben Tag auf den Weg, um das Fließband wieder in Bewegung zu setzen - gemeinsam mit den brasilianischen Werkern.

Welten begegnen sich: Arbeits- und Erfahrungshintergründe dieses Teams passen eigentlich nicht zusammen. Dennoch soll der Job schnell und ohne Reibung erledigt werden. 'Lernen mit der Vielfalt umzugehen, heißt das Gebot der Stunde', sagt Karlheinz Schwuchow, Professor für internationales Management an der Hochschule Bremen. Die Globalisierung hat längst auch der Belegschaft ihren Stempel aufgedrückt: Latinos sollen mit Deutschen auskommen, Türken mit Amerikanern, Moslems mit Europäern und christlicher Kultur. Die alte Übereinstimmung 'ein Land gleich ein Unternehmen gleich eine Kultur' gilt nicht mehr.

Diversity heißt das neue Schlagwort. Es kommt aus den USA und bezeichnet eine Unternehmensphilosophie, die auf Vielfalt setzt. Unterschiedliche Generationen, Geschlechter, Nationalitäten, Kulturen und Religionen werden ganz bewusst in das Unternehmen integriert. 'Diversity Management bezeichnet alle Anstrengungen, die Multi-Kulti-Belegschaft produktiv zu machen', beschreibt Schwuchow den neuen Imperativ der Personalarbeit.

'In Amerika beschäftigt Diversity die Personaler schon seit vielen Jahren', erläutert Jennifer Homer von der American Society for Training and Development (ASTD), Arlington. Die Arbeitswelt der USA ist ein Schmelztiegel der Nationen. Aufgabe der Personalabteilungen: auf die kulturellen Eigenheiten der Mitarbeiter so einzugehen, dass eine für das Unternehmen vorteilhafte Zusammenarbeit entsteht. Das ist gelebte Chancengleichheit, aber auch wirtschaftliches Kalkül: Wenn Asiaten, Schwarze, Weiße und Hispanics die Produkte kaufen sollen, müssen auch die Mitarbeiter diese Vielfalt des Marktes widerspiegeln. Diversity-Management greift die Unterschiede auf und verbündet sie mit den Interessen des Unternehmens…

Extras:
  • Info-Kasten: Das versteht man unter Diversity.
  • Übersicht: Was spricht für Diversity in Unternehmen?
  • Info-Kasten: Was gehört zum Diversity Management in Unternehmen?
  • Interview: Max Otte, Professor an der Boston University, über Diversity Management.
Autor(en): Axel Gloger
Quelle: managerSeminare 41, März 2000, Seite 34-39
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