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Dämme gegen die Akademiker-Schwemme

Das deutsche Bildungssystem produziert zu viele verkopfte Akademiker und zu wenige kompetente Praktiker. So sieht es zumindest die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Bei der Präsentation der Verbandsstudie 'Fachkräfte für die Industrie 4.0 – Für eine Neuorientierung im Bildungs­system', klagte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender: 'Wir bilden immer mehr Akademiker aus, deren vorwiegend theoretische Kompetenz wir auf dem Arbeitsmarkt nicht in gleichem Umfang brauchen. Die Studienquote – 1950 noch bei vier Prozent – liegt heute schon nahe 60 Prozent.' Die duale Berufsausbildung dagegen laufe Gefahr, auf ein System reduziert zu werden, 'das nur noch diejenigen aufnimmt, die es auf keinem denkbaren Weg an die Hochschule geschafft haben', so Fasbender. Für die Industrie 4.0, die auf gut ausgebildete Facharbeiter angewiesen ist, sei das schlecht. Als Mittel gegen die Akademikerschwemme und Facharbeiterdürre empfiehlt Fasbender, die berufliche und akademische Ausbildung stärker zu integrieren. Dazu brauche es einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel, den Maßnahmen einleiten könnten wie: die Öffnung der Hochschulen für Facharbeiter, der Rückbau von vollschulischen Alternativen zur betrieblichen Ausbildung, die ergänzende Ausrichtung der Hochschulen auf beruflich qualifizierte Fachkräfte sowie mehr Praxislernen an den Hochschulen.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 219, Juni 2016
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