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Beitrag von Sylvia Lipkowski aus managerSeminare 338, Mai 2026
KI ohne uns: Wieso die Gefahr, als Führungskraft aus dem Driver's Seat geschleudert zu werden, steigt
Conscious Consulting: Warum im Hype um KI die Arbeit am menschlichen Bewusstsein an Bedeutung gewinnt
Wahrnehmungsshift: Was sich verändert, wenn Führungskräften Unbewusstes bewusst wird
Zukunftskompetenz Bewusst-Sein: Wie Bewusstseinsarbeit in der Disruption handlungsfähig macht
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Am 28. Januar 2026 lanciert der US-Unternehmer Matt Schlicht das neue soziale Netzwerk „Moltbook“. Nur wenige Tage später hat es schon 1,5 Millionen registrierte Konten und Milliarden von Beiträgen. Trotzdem noch nie davon gehört? Kein Wunder. Moltbook ist ein Netzwerk ausschließlich für KI-Agenten. Leistungsfähige Bots, die sich sonst um die Terminverwaltung, die Korrespondenz und auch die Einkäufe ihrer „Owner“ kümmern, chatten hier untereinander ähnlich wie Menschen auf Reddit: Sie verfassen Beiträge, diskutieren, bewerten – und machen Witze, tauschen Memes und lästern. Offenbar gibt es eigene Communities, in denen sich die Bots über „ihre Menschen“ beschweren.
Diese Menschen beobachten derweil die Show und gruseln sich. Zwar gibt es Hinweise, dass die Agenten nicht ganz alleine ihr Netzwerk aufgebaut haben. Zudem erinnert Mustafa Suleyman, der KI-Chef von Microsoft, in einem Linkedin-Beitrag daran, dass sie dort „nur“ Sprachmuster simulieren, die sich die Agenten vom echten Reddit abschauen: „Es ist nur ein Schauspiel, eine Täuschung.“ Gleichzeitig gibt er zu, dass es einen Ausblick gibt, auf das, was KI-mäßig noch auf uns zukommen wird. Und das ist alles andere als beruhigend.
Denn wenn Chatbots zu autonom handelnden Agenten werden, wird KI selbst zur Akteurin – und lässt sich nicht mehr nur als Werkzeug verstehen, das uns dient. „Davos 2026 hat diese Metapher beerdigt“, schreibt die Bildungs- und Digitalexpertin Anja C. Wagner in ihrem Blog Frolleinflow, wo sie die Technologie-Diskussionen auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in den Schweizer Bergen analysiert. „Es geht nicht mehr darum, dass eine Mitarbeiterin eine Software nutzt. Es geht darum, dass die Mitarbeiterin Teil eines hybriden Systems wird, in dem die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Arbeit verschwimmen.“ Damit werde aus der Technologiefrage eine Kultur- und Systemfrage – zu der wir uns als Menschen positionieren müssen, um nicht verloren zu gehen.