Management

Change Management

Macht Chaos kreativ?

Die Innovationskraft und Kreativität des Menschen ist unerschöpflich. Größtes Hindernis: Wir nutzen unsere Kreativität und Innovationskraft hervorragend, wenn es darum geht, liebgewordene Prinzipien zu verbessern und damit zu verteidigen - auch wenn es an der Zeit wäre, neue Prinzipien zu installieren. Zentrale Fragestellung: Schaffen wir es, die Zukunft zu gestalten, oder schaffen wir es nur, uns mit ihren Auswirkungen zu arrangieren - also permanentes Krisenmanagement zu betreiben?
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In seinem zum Bestseller ernannten Buch „Jenseits der Hierarchien - Liberation Management” beschreibt Tom Peters1 Netzwerksysteme, die untereinander konkurrieren und sich gegenseitig befruchten. Ähnliches wissen William C. Byham, Richard S. Wellings und Jeanne M. Wilson in ihrem Buch „Power-Teams”2 zu berichten. Dort gibt es kleine Arbeitsgruppen, die selbständig ihre Aufgaben erledigen und deren Mitglieder die Aufgaben untereinander teilen, sich austauschen und ergänzen, wobei Schwachpunkte und neue Ideen sofort besprochen und ggf. sofort in die Tat umgesetzt werden. Sind das nur schöne Ideen, die umzusetzen sehr schwierig oder gar unmöglich sind? Sind es Theorien, lebbare Ansätze oder nur von einzelnen Machern umsetzbare Unternehmensmodelle?

Die Theorien über kreatives Handeln sind vielfältig. Und wir haben ja auch eigene Abteilungen, die sich mit dem kreativen Prozeß eines Unternehmens auseinandersetzen: Marketing, Teile des Vertriebs, Werbung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Entwicklung usw., um einmal einige zu nennen. Neben diesen klassischen Bereichen finden wir heute kreative Macher, die kreatives Denken und Handeln fördern und in innovative Produkte und Dienstleistungen umsetzen.

Aber dieses positive Erleben ist selten geworden. Der Standard liegt in lahmen Verwaltungsbereichen, die innovativen Ideen verhalten, oft sogar mit Vorbehalten gegenübertreten. In „Blick durch die Wirtschaft” wurde Anfang 1994 berichtet, daß der Anteil neuer Patente aus deutschen Ideenschmieden drastisch zurückgegangen ist. Von über 20.000 beim Deutschen Patentamt angemeldeten Patenten im Jahre 1992 kamen nicht einmal 200 aus Deutschland. Ist das Wandel in den Ruin? Woran liegt es, daß wir nicht mehr konkurrenzfähig sind? Sind es nur die hohen Löhne, der Standort oder …?

Durch jedes Tun eines Menschen ändert sich etwas in dieser Welt. Jeder Mensch, jedes Lebewesen ist Bestandteil unserer Welt des Wandels. Wenn der Flügelschlag eines Schmetterlings in den Urwäldern einen Orkan in Europa auslösen kann, also Ursprung des Chaos ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn kleine Veränderungen im Unternehmen zu einer oft großen Bewegung im Positiven wie im Negativen führen können, ja müssen! Diese Bewegung führt zu einem Wandel, der sich sowohl auf das Verhalten einzelner Personen auswirkt, als sich auch auf das ganze Unternehmen ausbreitet. Das heißt: Bewegung und Wandel führen zu Chaos…
Autor(en): Bernd Neuefeind
Quelle: managerSeminare 15, April 1994, Seite 32-36
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