Management

Altersorientierte Personalentwicklung

Vorsprung durch Erfahrung

Die Unternehmen werden vom demographischen Wandel überrollt: Immer mehr ältere Fach- und Führungskräfte stehen immer weniger Nachwuchskräften gegenüber. Statt die Älteren einfach in den Vorruhestand zu schicken, suchen Unternehmen nach alternativen Konzepten. managerSeminare zeigt, wie Firmen die Kompetenz der Älteren Gewinn bringend einsetzen können.
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Heinz Uepping, geschäftsführender Gesellschafter der incon, Gesellschaft für innovatives Personal- und Organisationsconsulting mbH in Taunusstein, will Erfahrungswissen und Kompetenzen langjähriger Manager und Spezialisten mit dem Innovationsstreben des Unternehmens und dem Wissen jüngerer Mitarbeiter verknüpfen. Sein Konzept sieht vor, dass erfahrene Manager ab 55, so genannte Very Experienced People (VEP), außerhalb der Linie neue Funktionen wahr nehmen.

Solche 'Experienced Groups' können als Stabsstelle im Unternehmen oder als Institution mit eigener Rechtskörperschaft tätig werden. Mit den neuen Aufgaben ist eine Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Gehaltes verbunden. Erfahrungen Experienced Groups macht zum Beispiel die Deutsche Bank AG seit Gründung der Deutsche Bank (DB) Management-Support GmbH im Januar 1999. Seitdem können geeignete Führungskräfte und Spezialisten in der Altersgruppe ab 55 Jahren aus der Linienfunktion in die Beratungsgesellschaft wechseln und ihr Know-how als selbstständige Berater vermarkten. Zurzeit beschäftigt die DB Management Support GmbH zwölf feste Berater, drei weitere sollen in Kürze dazukommen.

In den meisten Betrieben sieht die Realität jedoch noch anders aus: Während jüngere Mitarbeiter durch ständige Lern- und Motivationsimpulse dauernd zu Höchstleistungen angespornt werden, bricht die Weiterbildung in der Regel ab, wenn sich der Mitarbeiter mit Mitte 30 oder Anfang 40 intern für eine Position als Fach- oder Führungskraft qualifiziert hat.

'Öffentlich tun sich die meisten Unternehmen bisher noch schwer, von dem jahrelang propagierten Jugendkult abzurücken', sagt Uepping. Dennoch: Ungefähr zwanzig namhafte Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit Konzepten zur intergenerativen Personalentwicklung, schätzt der Unternehmensberater.

Extras:
  • Übersicht: Fünf Vorteile altersorientierter Personalentwicklung.
  • Grafik: Beispielhaftes Kompentenzprofil eines älteren Arbeitnehmers.
  • Interview: Unternehmensberater Heinz Uepping über den demographischen Wandel und daraus resultierende Chancen.
Autor(en): Dagmar Sobull, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 42, Mai 2000, Seite 18-27
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