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Beitrag von Andree Martens aus managerSeminare 330, September 2025
Coachingeffekt: Warum wir andere bei jenen Herausforderungen beraten sollten, vor denen wir selbst stehen
Tutoreneffekt: Warum es gerade als Anfänger sinnvoll ist, das eigene Wissen weiterzugeben
Intendiertes Irren: Warum wir möglichst viele Fehler machen sollten, wenn wir etwas Neues lernen
Hilfreichere Hinweise: Warum es besser ist, nach Verbesserungsvorschlägen zu fragen als nach Feeback
Mentale Zeitreise: Wie wir unsere eigenen Fortschritte (wieder) wahrnehmen können
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 330
Was macht dir bei der Arbeit am meisten zu schaffen? Wächst dir die Menge an Aufgaben zunehmend über den Kopf? Verzettelst du dich oft, fängst du vieles an, bringst aber nichts zu Ende? Oder neigst du zum Prokrastinieren und schiebst wichtige Aufgaben vor dir her, während du die Zeit mit weniger wichtigen, dafür aber auch weniger anstrengenden füllst? Und was denkst du, ist der wahrscheinlich beste Weg, deinem Problem Herr oder Herrin zu werden? Die Antwort: Such dir eine Person, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat. Aber nicht, um dich mit ihr über eure Schwierigkeiten auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sondern, um diese Person zu beraten, wie sie ihr Problem in den Griff bekommen kann.
Der im ersten Moment etwas seltsam anmutende Vorschlag ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern aus einem Buch – und zwar dem aktuellen von Adam Grant: „Hidden Potential – Die Wissenschaft des Erfolgs: Wie man über sich hinauswächst“ (siehe Kasten „Mehr zum Thema“). Wie der Titel schon sagt, liefert der renommierte US-amerikanische Psychologieprofessor darin Hinweise, wie wir Menschen unsere Talente besser entwickeln können, wie es sich leichter lernt, wie wir aus Schwächen Stärken machen können, wie wir Herausforderungen besser meistern … kurzum, wie wir besser werden. Oder, wie Grant es im Buch formuliert: „Besser zu werden ist an und für sich schon eine gute Leistung, und ich will zeigen, wie wir besser darin werden können, besser zu werden.“
Konzentriert hat sich Grant dabei in bester Bestsellerautor-Manier auf jene Erkenntnisse, die nicht nur weniger bekannt sind, sondern gleichzeitig auch (etwas) gegen den Strich allgemeiner Vorstellungen bürsten. So wie eben die Erkenntnis, dass es für die eigene Entwicklung enorm förderlich sein kann, anderen Menschen Ratschläge in Bereichen zu erteilen, in denen man selbst so seine Probleme hat. Die vorgestellten Wege zu gehen, verlangt, wie der Wissenschaftler von der University of Pennsylvania immer wieder betont, vor allem eines: Mut. „Mutig wachsen“ wäre insofern auch ein passender deutscher Titel für Grants neuestes Werk gewesen, dass durchaus das Potenzial hat, ähnlich bekannt zu werden wie seine Top-Titel „Geben und Nehmen“ und „Think Again“.