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13. Dezember 2017 | Von Redaktion

1. Working-Out-Loud-Camp: Eine Bewegung begegnet sich

Vor zwei Jahren noch absoluter Geheimtipp ist Working out Loud (WOL) derzeit dabei, zum Hype zu werden: In immer mehr Unternehmen gibt es Interesse an der Peer-Coaching-Methode, mit der sich vernetztes Arbeiten erlernen lässt (mehr Infos hier). Am 7. Dezember 2017 gab es in Stuttgart nun erstmals die Gelegenheit, die Methode im direkten Austausch kennenzulernen – und sich dabei auch gleich eine Portion Euphorie abzuholen.

Beitrag von Sylvia Lipkowski

Gastgeber des 1. Deutschen Working-Out-Loud-Camps sind die deutschen Nutzer der ersten Stunde: WOL-Pioniere von Bosch, Siemens, Audi, BMW, Daimler, Continental, der Telekom und der Deutschen Bank. Gemeinsam haben sie interessierte Praktiker zum Austausch geladen. Und die Resonanz ist groß, wie die Teilnehmer-Pinwand deutlich macht: Die knapp 120 Teilnehmer kamen aus rund 40 Unternehmen – von Bayer über Osram bis zu ZF Friedrichshafen.


Die Stimmung im Wizemann.space, der mit der bewährten Mischung aus altem Industrie-Schick und neuem Retro-Design punktet, ist geradezu ausgelassen: Am Check-In fallen sich die Teilnehmer – von denen sich viel offenbar virtuell schon gut kennen – reihenweise in die Arme, beim Einlauf der Protagonisten auf der Bühne wird gar eine klassische Heldenhymne eingespielt. Und der Star des Tages – WOL-Entwickler John Stepper aus New York – wird mit frenetischem Klatschen begrüßt. Das Gefühl, das sich aufdrängt: Hier ist etwas Großes im Gange. Aber ist es das? Oder trifft sich hier doch nur eine Gruppe von beseelten Insidern, die sich selbst feiert?

Tatsache ist jedenfalls, dass die von Stepper entwickelte Methode, mit der sich virtuelle Vernetzung einüben lässt, beginnt, Breitenwirkung zu entfalten. Durch begeisterte Fürsprecher wie Katharina Krentz von Bosch und Sabine Kluge von Siemens hat WOL in den vergangenen Monaten zunehmend den Weg in die Fachöffentlichkeit gefunden, aber auch in die Tiefen vieler Organisationen. Letzteres allerdings nicht unbedingt offiziell. Oft startet WOL nämlich quasi als Graswurzel-Bewegung: Mitarbeiter finden sich mit anderen Interessierten zusammen, um die Selbstentwicklungsmethode für sich zu nutzen. Das aber reicht in der Regel, um mehr in Gang zu setzen, meint Kluge: „WOL ist wie ein positiver Virus.“ Sind einmal ein paar Leute im Unternehmen „infiziert“, nimmt die Verbreitung stetig an Fahrt auf, ist sie überzeugt.

Warum aber ist WOL für viele so ansteckend? Zum einen liegt es sicher daran, dass die Methode so bestechendend einfach ist. Stepper hat aus zahlreichen Quellen grundsätzliche Erkenntnisse über zwischenmenschliche Kommunikation und Beziehungsgestaltung gesammelt und sie mit praktischen Übungen zu einem Selbstlern-Programm ausgebaut, das jeder angeblich ohne fremde Hilfe abarbeiten kann. Weil er seine ausführlichen Leitfäden dafür kostenlos zum Download anbietet, ist die Hemmschwelle niedrig, es auszuprobieren.

Zum anderen fühlt sich WOL für viele Nutzer einfach gut an. „WOL ist so menschlich“, erklärt eine Teilnehmerin, die das digitale Lernen bei ZF Friedrichshafen mitverantwortet, aus tiefstem Herzen. „Ich lerne, dass es okay ist, mich als Mensch zu zeigen“, versucht es eine Vertreterin der Deutschen Messe AG zu formulieren. Offenbar spricht der Ansatz bei ihnen etwas an, was in der heutigen Arbeitswelt gerade in größeren Unternehmen und globalen Konzernen scheinbar keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Stepper, der bis vor zwei Jahren bei der Deutschen Bank in New York arbeitete, kennt das Gefühl: Er begann, seine Methode zu entwickeln, weil er sich gefangen fühlte – in den Grenzen, die ihm das System setze, also das Unternehmen aber auch er sich darin selbst.


WOL hilft Menschen, aus diesem Gefängnis auszubrechen, glaubt der Amerikaner: „Es unterstützt drei grundlegende menschliche Sehnsüchte: das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, nach Selbstwirksamkeit und nach sozialer Verbundenheit“, erklärt er in seiner Keynote in Stuttgart. All dies können die Nutzer im geschützten Raum ihrer Kleingruppe (dem sogenannten „Circle“) zwölf Wochen lang nicht nur erleben, sondern auch so üben, dass sie es mit nach draußen nehmen, verspricht Stepper. Denn indem WOL-Nutzer lernen, sich zielgerichtet mit neuen Kontakten zu vernetzen, lernen sie auch, im Rahmen der offiziellen Grenzen ihren Wirkungsbereich sanft auszudehnen und ihre eigenen Kompetenzen sichtbar zu machen – modern formuliert: Job-Crafting zu betreiben.


Das Ergebnis, das die Methode verspricht: Mitarbeiter sind zufriedener in ihrem Job oder erschließen sich eben motiviert einen neuen und machen so mittelfristig ihre Arbeitswelt zu einem glücklicheren Ort – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kollegen, ist WOL-Erfinder Stepper überzeugt.

Für außen stehende Beobachter schrillt spätestens hier der Esoterik-Alarm. Das weiß auch John Stepper: „Das klingt ja wie eine Religion!“, bekommt er bisweilen zu hören, wenn er mit der ihm eigenen Euphorie seinen Ansatz erklärt. Tatsächlich hätte er nichts dagegen, das System grundsätzlich zu verändern und die (Arbeits-)Welt als Ganzes zu verbessern. Und zweifellos ist er in Stuttgart auch nicht der einzige, der zwischen Powerpoint-Folien und Event-Tweets den Traum von der Weltverbesserung aufblitzen lässt.

Trotzdem gibt man sich in der euphorisierten Gemeinde im Wizeman.space wenig Illusionen hin: Mit reflektierter Gelassenheit traf man sich in einer der populärsten Barcamp-Sessions zu einer „Hype-Party“. Dort wurde angeregt diskutiert, ob WOL vielleicht nicht nur ein weitere Sau ist, die gerade durchs globale Dorf getrieben wird, und was wohl danach kommt. Das Fazit: Vielleicht. Aber wie Kaizen oder Lean wird auch WOL auf jeden Fall seine Spuren hinterlassen und so den Boden für die nächste Weiterentwicklung bereiten. Denn: Nach dem Hype ist vor dem Hype.



Kommentare (0) | Kategorie: Lernen & Lehren, _erlebt

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