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Zukunft Personal 2002: Fachmesse auf der Überholspur

'Weiterbildung bei Lufthansa ist genauso sexy wie dieser Preis.' Der Ausspruch von Dr. Michael Heuser war freilich mit einem Augenzwinkern versehen, keinesfalls überheblich und schon gar nicht anzüglich gemeint. Der Leiter der Lufthansa School of Business reagierte lediglich mit einem Scherz auf den Award, der ihm auf der am 17. und 18. September in Köln ausgerichteten Messe Zukunft Personal übergeben wurde: Es war eine kleine, bronzeschimmernde Statue im Eva-Kostüm.

Lufthansa AG erhält den HR-Award

Die Statue symbolisiert den Human Resource Award, den die Zeitschrift Personalwirtschaft jährlich für 'zukunftsweisende Personalarbeit in der Praxis' verleiht. In diesem Jahr ging er an die Lufthansa AG für ein Weiterbildungskonzept, das die Lernhierarchie im Konzern auf den Kopf stellt. Im Rahmen des so genannten Web-Mentoring-Programms gucken sich Top-Manager etwas von Jungspunden ab. Konkret: Mitarbeiter unter 30 schulen Führungskräfte im Umgang mit dem Internet.

Die dahinter stehende Idee ist so einfach wie genial: 'Die Manager sollen in die Lage gebracht werden, Geschäftsfelder im e-Business zu erschließen. Dazu brauchen sie Web-Kompetenz und umfassendes Verständnis für die Funktionsweise neuer Medien', erklärte der Weiterbildungsverantwortliche Michael Heuser. Viele junge Konzernmitarbeiter besitzen diese Kompetenz. Warum sie also nicht nach oben weitergeben?

Bislang haben rund 60 junge Mentoren ca. 125 Top-Manager im Umgang mit Jobbörsen, Suchmaschinen, Internet-Auktionen, etc. fit gemacht. Dies geschah in sechs bis acht einstündigen Einzeltrainings am Arbeitsplatz der Führungskraft. Eines der Resultate aus diesem engen Kontakt: Häufig entstehen 'echte' Mentor-Verhältnisse, d.h. die Führungskraft berät ihren 'Web-Master' anschließend in Berufsfragen, berichtete Heuser. Somit sei das Programm auch ein Instrument zur Mitarbeiterbindung.

Zukunft Personal ist Messe-Marktführer

Die Preisverleihung fand mit der Zukunft Personal einen neuen Rahmen: Zum ersten Mal wurde der Award, der seit zehn Jahren ausgeschrieben wird, auf der Kölner Branchen-Plattform überreicht. Dies sicher nicht zuletzt, weil die Zukunft Personal zum Anführer unter den Personal-Messen avanciert ist.

Nach Angaben des Veranstalters, der spring Messe Management GmbH, verzeichnete sie in diesem Jahr 242 Aussteller und 4.860 Besucher. Im Vergleich dazu: Die Fachmesse zum DGFP-Kongress 2002 wartete mit 'nur' 187 Ausstellern und 2.500 Besuchern auf. Und auch die dritte reine Personalfachmesse im Bunde, die Personal 2002, stand mit 150 Ausstellern und 3.230 Besuchern hinter der Zukunft Personal zurück.

Fast doppelt so viele Anbieter wie im Vorjahr bauten in Köln ihre Stände auf. Sie repräsentierten die vier Bereiche Personalhardware u. -software, Personalberatung, Personaldienstleistung sowie Training und Weiterbildung.

Foren: nicht immer gut, aber gut besucht

Messebegleitend gab es 65 Vorträge und vier Podiumsdiskussionen zu Themen, die von 'Blended Learning' über 'Großgruppen-Events' bis zum 'Outplacement' reichten. Nicht immer jedoch hielten diese 'Praxisforen', was sie versprachen: Neugierig machte z.B. am Morgen des ersten Messetags ein Vortrag mit der Überschrift 'Return on Investment durch neue Erkenntnisse in der Analyse und Messbarkeit von Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen'. Doch tatsächlich konnten die Referenten als Messkriterien nichts weiter nennen als zwei allseits bekannte Faktoren: die Fehlzeiten und die Fluktuation. Der Vortrag entpuppte sich ansonsten als reine Werbeveranstaltung. Sei`s drum: Dieser und auch alle anderen Vorträge waren gut besucht. Die 60 bis 80 Sitzplätze der Foren reichten nie aus, es scharten sich immer zusätzlich 20 bis 50 stehende Besucher um die besetzten Stühle.

Und auch an den Messeständen war viel los - die Aussteller zeigten sich zufrieden. Ihr Tenor: 'Quantität und Qualität der Kontakte sind sehr gut. Hier kommen Personalentscheider zu uns.'
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Quelle: Training aktuell 10/02, Oktober 2002
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