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Weiterbildungsmarkt Türkei: Nicht einfach, aber vielversprechend

Die Türkei befindet sich im wirtschaftlichen Aufschwung, unterhält gute Beziehungen zu Deutschland und wurde von angelsächsischen Bildungsunternehmen bislang noch nicht erobert. Gute Chancen also für deutsche Weiterbildner, auf dem Markt tätig zu werden - insbesondere, wenn Aussichten auf Kooperationen mit türkischen Partnern bestehen.

Ohne Zweifel: Auch wenn die Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union mit der Türkei nur schleppend vorangehen, für ausländische Unternehmen stellt die Türkei schon jetzt einen äußerst attraktiven Markt dar: Das Land am Bosporus hat in den vergangenen Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren und zählt zum so genannten Emerging Market - zum noch nicht voll ausgeschöpften Wachstumsmarkt, in den ausländische Firmen derzeit verstärkt investieren.

Gute Chancen also auch für Bildungsinstitute. Denn internationale Partnerschaften ziehen in der Regel eine erhöhte Nachfrage nach Qualifikationen nach sich. Zudem hat die türkische Regierung im Sommer 2006 einen siebenjährigen Entwicklungsplan verabschiedet. Dieser sieht u.a. vor, stärker in das Humankapital zu investieren, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Um das Vorhaben zu erfüllen, müssen die Firmen die Qualität und Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten steigern.

Noch keine Konkurrenz von Weiterbildnern aus dem angelsächsischen Raum

'In kaum einem anderen Sektor der türkischen Wirtschaft gibt es einen größeren Bedarf als im Bildungsbereich', sagt Markus Milwa von iMove, der Bonner Arbeitsstelle zur Unterstützung des internationalen Marketings in der Berufsbildung. Deutsche Weiterbildner haben laut Milwa besonders gute Aussichten, in der Türkei Fuß zu fassen. Grund seien die engen wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie das gute Image deutscher Produkte und Dienstleistungen in der Türkei. Vorteilhaft zudem: Ein Wettbewerb angelsächsischer Weiterbildner ist in der Türkei bislang nicht gegeben. 'Während man in vielen Ländern den Eindruck hat, man kommt zu spät, da bereits Engländer, Amerikaner oder Australier auf dem Markt aktiv sind, ist in der Türkei der Zeitpunkt noch sehr günstig', so Milwa.

Kooperationen mit türkischen Partnern sind zu empfehlen

Frühzeitig den Fuß in die Tür gesetzt hat u.a. die Hewitt Associates GmbH, Wiesbaden. Der Anbieter von Beratungs- und Outsourcing-Leistungen im Bereich Human Resources ist seit Herbst 2006 auf dem türkischen Markt tätig. 'Viele unserer Kunden wollen ihre geschäftlichen Aktivitäten in der Türkei stärker ausbauen. Darauf haben wir reagiert', erläutert Geschäftsführer Piotr Bednarczuk. In Kooperation mit dem in Istanbul ansässigen Beratungshaus IDE Consulting berät Hewitt Associates insbesondere im Bereich betriebliche Altersvorsorge und Zusatzleistungen.

Bedarf gibt es in allen Bereichen

Nach Ansicht von Bednarczuk ist es vorteilhaft, einen Partner vor Ort zu haben, um den Markt richtig einschätzen zu können. Auch Markus Milwa rät Bildungsunternehmen, die in der Türkei tätig werden wollen, dazu, mittels Joint-Ventures, Franchising o.ä. türkische Kooperationspartner zu gewinnen. Welche Partnerschaften man eingehen sollte, hängt davon ab, für welchen Bereich bzw. welche Branche man Bildungsmaßnahmen anzubieten plant - und hierfür sind laut Milwa kaum Empfehlungen abzugeben. 'In der Türkei ist im Prinzip alles in Bewegung. In nahezu allen Sektoren ist Weiterbildungsbedarf vorhanden. Daher muss jedes Bildungsunternehmen für sich selbst ausloten, wo es ansetzt', sagt er.

Um interessierten Weiterbildnern dabei Unterstützung zu bieten, plant iMove vom 3. bis 8. Juni 2007 eine Delegationsreise in die Türkei. Im Rahmen von Besuchen bei Ministerien, der EU-Vertretung, Verbänden und türkischen Bildungseinrichtungen soll den Teilnehmern Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Kooperationspartnern gegeben werden. Mehr Infos gibt Markus Milwa per E-Mail.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 02/07, Februar 2007
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