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Virtuelles Transfercoaching: Leichter lernen mit Begleitung

Die 'Arbeitsgemeinschaft virtuelles Coaching' an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg hat einen Ansatz entwickelt, der Führungskräfte bei der Umsetzung von Trainingsinhalten unterstützt: das virtuelle Transfercoaching - ein Hybrid aus Training, Coaching und Internet-Programm.

Führungskräftetrainings kosten nicht nur viel Geld. Oftmals erzielen sie auch nicht den gewünschten Effekt. Denn nicht immer gelingt es den Seminarteilnehmern, das Erlernte im Berufsalltag umzusetzen. Beim Transfer unterstützen könnte sie ein Coach. Aber der hat seinen Preis. Ausgehend von diesen Überlegungen ist die 'Arbeitsgemeinschaft virtuelles Coaching' an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg der Frage nachgegangen, wie sich eine individuelle Begleitung nach einem Verhaltenstraining kostengünstig gestalten lässt. Das Resultat ihrer Überlegungen ist das so genannte virtuelle Transfercoaching, ein Hybrid aus Training, Coaching und Online-Unterstützung.

Die Kernidee: Mit gezielten Fragen den Lerntransfer ankurbeln

Kernstück des Ansatzes ist ein Internet-Tool, bestehend aus drei Modulen, das nach einer Trainingsmaßnahme zum Einsatz kommt. Im ersten Modul beantworten die Seminarteilnehmer vor ihrem Wiedereintritt in die Arbeitspraxis Fragen wie 'Welche Seminarinhalte möchte ich in meiner Praxis umsetzen?', 'Welche Faktoren begünstigen die Umsetzung, welche erschweren sie?' und 'Wobei brauche ich Unterstützung?'. Der Clou dabei ist: Die Antworten, die die Teilnehmer in ein Internetprogramm schreiben, können vom Trainer gelesen werden. 'Auf diese Weise wird ein heilsamer Druck auf die Teilnehmer ausgeübt, der ihre Eigeninitiative stimuliert', erklärt Prof. Dr. Harald Geißler von der 'Arbeitsgemeinschaft virtuelles Coaching' das Prinzip.

Und nach dem Motto 'Steter Tropfen höhlt den Stein' geht es weiter, so Geißler. Denn auch im zweiten Modul, das ca. drei Tage nach dem Training greift, müssen die Teilnehmer mit sich selbst ins Gericht gehen. So sollen sie u.a. überlegen, welche Seminarinhalte sie in den nächsten zwei Wochen umsetzen wollen und wie ein neutraler Beobachter erkennen kann, dass die Umsetzung gelungen ist. 'Der Kerngedanke ist, die Teilnehmer durch pragmatische Fragen zur Selbstreflexion anzuregen und sie so in die Lage zu versetzen, ihre Transferprobleme selbst zu lösen', erläutert Geißler.

Die Antworten aus dem zweiten Modul bilden wiederum die Grundlage für das dritte Modul, das zwei Wochen später bearbeitet wird. Geklärt wird u.a., zu wie viel Prozent der Teilnehmer sein Vorhaben verwirklichen konnte und welche Faktoren dabei im Wege standen. An diesem Punkt findet auch ein obligatorisches Telefoncoaching statt. Das Besondere dabei: Das Telefonat lässt sich auf zehn Minuten beschränken, so Geißler. Denn der Ansatz verfolge nicht das Ziel, mögliche psychologische Ursachen für Transferprobleme zu ergründen, sondern lediglich die nötigen Impulse zu geben, weiter am Ball zu bleiben. Diese Impulse leitet der Trainer von den jeweiligen Antworten der Coaching-Teilnehmer ab.

Das Versprechen: Die Wirkung des Seminars wird verdoppelt

Das dritte Modul inklusive Telefoncoaching kann beliebig oft wiederholt werden. Und das ist laut Geißler auch nötig, denn: 'Probleme bei der Umsetzung lassen sich nicht in wenigen Wochen lösen.' Deshalb empfiehlt der Professor eine Betreuung über mehrere Monate. Machbar sei das, weil die geringe Trainerzeitbelastung die Kosten für die persönliche Begleitung niedrig halte. Und diese zusätzliche Investition rechne sich. 'Denn das virtuelle Transfercoaching verdoppelt den Wirkungsgrad des Seminars', verspricht Geißler. Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 07/07, Juli 2007
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