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Untersuchung: Weiterbildungsdozenten sind trotz schlechter Bezahlung hoch motiviert

Wirtschaftlich gesehen haben Lehrende in Weiterbildungseinrichtungen nicht viel zu lachen. Diese Behauptung lässt sich zumindest angesichts der 'Erhebung zur beruflichen und sozialen Lage von Lehrenden in Weiterbildungseinrichtungen' aufstellen. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Institut WSF Wirtschafts- und Sozialforschung mit Sitz in Kerpen bei Köln 5.109 Weiterbildungsträger sowie 4.847 Lehrende befragt - und dabei u.a. festgestellt: Das Einkommen von Lehrenden in der Weiterbildung ist verglichen mit anderen Berufsgruppen sehr gering. Insbesondere Honorarkräfte, die knapp drei Viertel aller Beschäftigten ausmachen, verdienen schlecht. So liegt beispielsweise der Stundensatz einer Honorarkraft in Volkshochschulen bei 17,- Euro brutto, der bei privaten Bildungseinrichtungen ist teilweise noch geringer. Zum Vergleich: Ein Gymnasiallehrer verdient durchschnittlich 35,- bis 40,- Euro brutto.

Jene Honorarkräfte, die hauptberuflich lehrend tätig sind, befinden sich folglich oftmals in einer prekären Lage. Laut der Studie kommt ein Viertel von ihnen mit seinen Einnahmen kaum über die Runden. Als gerade noch ausreichend zum Leben bezeichnet ein weiteres Viertel sein Haushaltseinkommen. Nur 19 Prozent der hauptberuflichen Honorarkräfte beschreibt ihre finanzielle Situation als sehr gut oder gut.

Trotz ihres schlechten finanziellen Standings neigt die Mehrheit der Weiterbildner aber nicht zum Jammern. Im Gegenteil: Laut Studie sind mehr als 80 Prozent mit den Rahmenbedingungen ihrer Lehrtätigkeit sehr zufrieden. Das rührt daher, dass Aspekte wie die Möglichkeit des eigenverantwortlichen Lehrens, angenehmes Klima in der Einrichtung und eine interessante und vielseitige Tätigkeit für die Dozenten mehr wiegen als leistungsgerechte Bezahlung, Sicherheit des Arbeitsverhältnisses und soziale Absicherung. Fast alle Befragten gaben an, hoch motiviert zu sein und sich aus dem Wunsch heraus zu engagieren, pädagogisch tätig sein zu wollen. Die Studie kann kostenlos aus dem Internet bezogen werden.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 09/06, September 2006
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