Politisches

Untersuchung: Weiterbildung in der EU

Jährlich hat im EU-Durchschnitt kaum mehr als ein Viertel aller Arbeitnehmer an Weiterbildungsveranstaltungen teilgenommen. Das geht aus dem jetzt vorgelegten 'Bericht über den Zugang zur beruflichen Weiterbildung in der Union' hervor. Aus den Angaben für 1993, die sich auf Untersuchungen in 12 Mitgliedsländern (ohne Finnland, Österreich und Schweden) beziehen, lassen sich folgende wesentliche Feststellungen ableiten:
• Im EU-Durchschnitt ist lediglich für 58 Prozent der Unternehmen Weiterbildung wichtig genug, um sie auch planmäßig zu betreiben. Hier bestehen jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während der Anteil von Unternehmen, die Weiterbildung als Teil der Unternehmenspolitik begreifen in Dänemark, Deutschland, Großbritannien und Irland weit über dem EU-Durchschnitt liegt, befinden sich Unternehmen in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland weit unter dem EU-Standard.
• Die höchsten Zugangsraten zur beruflichen Weiterbildung boten Banken/Versicherungen (57 Prozent), Post/Telekommunikation (53 Prozent) sowie Gas- und Elektrizitätsversorgung (49 Prozent). Geringe Chancen auf Qualifizierung hatten demgegenüber Beschäftigte in der Industrie (35 Prozent); in Hotels/Restaurants (20 Prozent), im Baugewerbe (15 Prozent) und in der Textilindustrie (8 Prozent).
• Durchschnittlich wurden Mitarbeiter in kleinen Unternehmen erheblich weniger geschult (minus 30 Prozent) als in großen. Einzige Ausnahme Dänemark: 37 Prozent der Mitarbeiter bei kleinen Unternehmen konnten Weiterbildungsmöglichkeiten wahrnehmen, 28 Prozent bei großen. Als generelle Tendenz läßt sich feststellen, daß die wohlhabenderen Länder Weiterbildung strategischer verfolgen als die anderen. Befürchtung der Europäischen Kommission: Die Kluft zwischen den einzelnen EU-Staaten vergrößert sich weiter.
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 08/97, August 1997
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