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Trendanalyse 2011

Einmal Weiterbildung to go, bitte!

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fehlt es Unternehmen am Budget, in wirtschaftlich guten Phasen mangelt es ihnen an Zeit, um sinnvoll in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Vom 'Lernhäppchen bei Bedarf' versprechen sich Betriebe die Lösung – für Trainer bedeutet dies ein völlig anderes Arbeiten.
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'Die dauernde Erreichbarkeit via Handy und Smartphone wird von den Teilnehmern selbst während ihrer Anwesenheit im Seminar verlangt.' Über die Unmöglichkeit, Freiräume für konzentriertes Lernen zu schaffen, beklagte sich nicht nur ein Trainer, der sich im August 2011 an der jährlichen Trendanalyse des Verlags managerSeminare beteiligte. Eine Trainerin berichtete sogar, dass einige ihrer Seminare allein aus Zeitmangel der Teilnehmer gecancelt wurden – auch dies kein Einzelfall.

Es ist eine geradezu paradoxe Situation: Die Budgets sind da, der Bedarf ist erkannt, auch der Nutzen steht außer Frage – zur Realisation einer Weiterbildungsmaßnahme kommt es häufig trotzdem nicht. Rund 54 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich ihr Zeitaufwand für Weiterbildung auf maximal einen Tag pro Mitarbeiter und Jahr beschränkt. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent. 'Die zeitlichen Möglichkeiten, Trainings zu machen, werden immer weniger, obwohl die positiven Entwicklungen nach den Trainings da sind', bekennt auch die Personalentwicklerin eines Kaufhauses. Die Lösung des Problems aus ihrer Sicht: 'Zukünftig geht die Tendenz zu individuellen Einzelcoachings bei Bedarf.'

Angesichts der knappen Ressource Arbeitszeit ringen Auftraggeber und Weiterbildungsanbieter zunehmend um das richtige Maß an effektiver Didaktik und effizienter Abwicklung einer Maßnahme. Für die Unternehmen lautet dabei die Ausgangsfrage aller Überlegungen: Was wird in Sachen Weiterbildung standardisiert, was wird individualisiert? Wenn es darum geht, aktuelles Fachwissen an die Mitarbeiter zu vermitteln, lösen Blended-Learning-Konzepte und Webinare vor allem in großen Organisationen die klassischen Präsenzveranstaltungen ab. 'Betriebliche Weiterbildung geschieht nicht mehr in Seminarform bzw. Frontalunterricht, sondern im Online-Selbstlernmodul', so eine befragte Personalentwicklerin.

Extras:
  • Seminartage pro festem Mitarbeiter und Jahr in Unternehmen: Die Grafik zeigt, wie viele Tage Unternehmen in die Mitarbeiterschulung investieren
  • Arbeitszeit des Weiterbildners: Gewichtung verschiedener Aufgaben in Prozent

Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: Training aktuell 03/12, März 2012, Seite 11-13
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