Reflexion

Trainingsspitzen

Seid nicht so selbstzufrieden!

Den Teilnehmern gefallen die Gruppenübungen im Seminar, und nach einer Supervision schütteln sich alle Beteiligten wieder die Hand. Grund genug für den Trainer, sich auf die Schulter zu klopfen, oder? Nein, meint Silke Wöhrmann. Denn selbst, was vordergründig als Erfolg erscheint, muss nicht unbedingt nachhaltig sein.
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Der Trainer Herr M. ist zufrieden: Wieder einmal hat er Top-Bewertungen von seinen Teilnehmern erhalten. Lässig hängt sein Arm aus dem BMW, er jagt alle anderen Autos auf der linken Spur vor sich her. Zwar hat er eben noch im Seminar erzählt, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme ist, aber der Erfolg des Trainings hat ihn in eine übermütige Stimmung versetzt, der er spontan nachgibt. Kein Wunder, haben doch die Gruppenübungen im Seminar den Teilnehmern gut gefallen. Und die meisten von ihnen haben geschworen, ihre Mitarbeiter zukünftig mehr zu loben. 'Was will man mehr?' fragt sich Herr M. Auch das Unternehmen, das ihn beauftragt hat, ist zufrieden: An nur einem Tag wurde mal so richtig etwas in den Köpfen der Führungskräfte bewegt. Da zahlt man auch gerne einen Tagessatz von 2.500 Euro.

Trainerin Frau W. ist ebenfalls zufrieden, auch wenn ihr Tagessatz nicht ganz so hoch liegt. Ihre Supervision mit ausgeklügelten NLP-Programmierungen hat bewirkt, dass sich alle Beteiligten nach dem ausgestandenen Konflikt wieder die Hand gaben. Ihnen wurde bewusst, 'was dieser Konflikt mit ihnen gemacht hat', und abschließend konnte eine 'Win-win-Situation' hergestellt werden.

So oder ähnlich laufen viele Seminare, Trainings und Workshops ab. Und dann? Was passiert eigentlich anschließend in den Unternehmen?
Autor(en): Silke Wöhrmann
Quelle: Training aktuell 10/14, Oktober 2014, Seite 54
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