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Mensch oder Marke?

Trainingsspitzen

Jeder ist eine Marke - oder sollte es zumindest sein. Das zumindest haben einige Coachs zu ihrem Mantra erhoben. Das heißt aber auch: Im Job kommt es nicht darauf an, was der Einzelne leistet, sondern wie bekannt er ist. Johannes Thönneßen erhebt Einspruch gegen den Selbstvermarktungswahn.

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Da habe ich doch wieder einen neuen Begriff gelernt: 'Individual Branding'. Zum ersten Mal habe ich vor Jahren bei Tom Peters von der Idee gelesen, dass der Mensch sich als Marke begreifen und natürlich auch entsprechend vermarkten sollte. Nun begegnete mir der Ansatz wieder, verblüffenderweise diesmal im Zusammenhang mit dem Thema Personalentwicklung.

Das Argument: Der berufliche Erfolg hänge zu 10 Prozent von der eigenen Leistung, zu 30 Prozent von der Selbstpräsentation und zu 60 Prozent vom Bekanntheitsgrad im Unternehmen ab. Grandios! Wie immer bei solchen Zahlen fragt sich der verdutzte Leser, wie diese wohl zustande gekommen sind. Und er fragt sich weiter, was sie denn bedeuten.

Zwei Schlussfolgerungen fallen mir da ein: Nur ja nicht zu viel Zeit damit verschwenden, Leistung zu erbringen, denn diese trägt kaum zum beruflichen Erfolg bei. Dafür mehr Energie in die Selbstpräsentation stecken. Oder: Hauptsache, bekannt werden im eigenen Unternehmen, egal wie. Es muss nicht unbedingt durch Leistung sein.

Autor(en): Johannes Thönneßen
Quelle: Training aktuell 01/12, Januar 2012, Seite 46 - 46 , 2891 Zeichen

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