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Lebenslänglich lernen? Nein, danke!

Trainingsspitzen

Die Zukunft sieht alt aus. Und der demografische Wandel hat uns das Paradigma des lebenslangen Lernens beschert. Doch aus lebenlang wird schnell lebenslänglich, meint Frank Michael Orthey. Und erhebt Einspruch gegen die voranschreitende Totalrationalisierung via Lernen.

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Die jungen Alten sind da: Oma und Opa sind heutzutage ebenso viel in der Welt unterwegs wie ihre Enkel. Immer öfter engagieren sie sich zudem ehrenamtlich. Oder sie arbeiten im Brotberuf weiter, bleiben aktiv im Job. Auch im Alter – oder gerade wegen ihres Alters.

'Productive Aging' entwickelt sich aktuell zu einem zentralen Zukunftsthema in den Unternehmen und Organisationen. Denn diese Zukunft sieht alt aus. Das liegt nicht nur an den gewachsenen Selbstverwirklichungsansprüchen der Älteren, sondern vor allem am demografischen Wandel. Erfolgreich altern wird daher aus volks- und betriebswirtschaftlicher Perspektive zu einem zentralen Thema der kommenden Jahrzehnte – zumal der erwartete Fachkräftemangel die Dringlichkeit zusätzlich verschärft.

Die Diskussion dreht sich dabei vorwiegend um die dauerhafte Sicherung der personalen, körperlichen und psychischen Fitness. Konsequenterweise sucht die Weiterbildungs- und Beraterszene nach Möglichkeiten, diesen neuen Markt zu erschließen. Ein Blick auf das entstehende Angebot lässt Vermutetes erkennen: Es geht darum, die Leistungsfähigkeit zu erhalten, das Erfahrungswissen zu nutzen, Gesundheitsvorsorge zu treffen, im Alter (neuen) Sinn zu finden. Referenz ist dabei letztlich das Beschäftigungssystem, das diese neuen 'Ressourcen' angesichts des demografischen Wandels produktiv nutzen will – und wohl auch muss. Mehr Bildung zur Brauchbarkeit für produktives Älterwerden, so lautet das Gebot der Stunde. Dass entsprechende Bildungs- und Beratungsangebote eine Erfolgsstory hinlegen werden, scheint programmiert.

Schöne alte Welt also? Nicht ganz. Denn angesichts der allgemeinen Veränderungseuphorie gibt es in der aktuellen Diskussion einige blinde Flecken.

Autor(en): Frank Michael Orthey
Quelle: Training aktuell 09/11, September 2011, Seite 44 - 45 , 7669 Zeichen

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