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Trainingsspiel 'Logic Color': Eine Gratwanderung zum Erfolg

Nur ein einziger Weg führt durch das Labyrinth – und den müssen die Mitspieler des neuesten Metalog-Spiels finden. Während die Teilnehmer die knifflige Aufgabe lösen, soll der Trainer Rückschlüsse auf Komplexitätsbewältigung und Führungsverhalten ziehen. Ob das gelingt, zeigt der Test von Training aktuell.

Das Angebot: Ein Team muss gemeinsam einen Weg durch ein Labyrinth finden – das ist die Grundidee des Trainingsspiels 'Logic Color', das Metalog im November 2009 auf den Markt gebracht hat. Die gemeinsame Wegsuche veranschaulicht Team und Trainer Kommunikationsprozesse, Rollenverhalten, Wissensmanagement, Umgang mit Komplexität, Moderationsfähigkeiten und Einsichten in das Führungsverhalten. Das zumindest verspricht Hersteller Metalog.

Der TA-Check: Zwei Extreme bereiten mir zu Spielbeginn Sorgen: Das Spielfeld, auf dem das Labyrinth eingezeichnet ist, ist mit seinen sechs mal acht Metern extrem groß. Dafür finde ich die Spielanleitung, ein laminiertes Din-A-4-Blatt, extrem kurz. Das erste Problem ist nur zu lösen, indem der Testlauf trotz diesigen Dezemberwetters nach draußen verlegt wird. Für Herausforderung Nummer zwei greife ich zum Telefon und befrage den Kundendienst von Metalog. Sofort habe ich einen kundigen Mitarbeiter an der Strippe, der hilfreiche Tipps gibt. Sehr schön – bis zu dem Moment, in dem ich höre, dass die Aufgabe schwer zu knacken sei und ein 'Gefühl des angemessenen Scheiterns' Teil des Spiels sein kann. Die Emotionen einer gescheiterten Gruppe auffangen – das würde ich mir gerne ersparen und stimme mein Team positiv auf die Aufgabe ein. Die Regeln sind schnell erklärt: Eine sogenannte 'Aktionsgruppe' läuft auf dem Spielfeld herum und sucht einen Weg durchs Labyrinth. Einzige Maßgabe und größte Herausforderung: Die farbigen Teilstücke des Weges dürfen nur in der Reihenfolge rot, gelb, grün beschritten werden. Eine kleinere 'Steuerungsgruppe' steht am Rand, gibt Tipps und moderiert die Problemlösung.

Meine Gruppe hat die Aufgabe schnell begriffen und knobelt sofort los. Nach einem gemeinsamen Brainstorming vom Spielfeldrand aus wagt sich die Aktionsgruppe ins Labyrinth und schreitet mögliche Wege ab. Sofort entsteht ein eifriges Diskutieren und Gestikulieren. Obwohl ich keine Mindestzeit vorgegeben habe, arbeiten alle Teammitglieder unter Hochdruck. Es ist gut zu beobachten, wie sich die Strategie entwickelt: Am Anfang denkt die Gruppe vom Startpunkt aus, geht Teilstücke ab und merkt sich – durch Positionierung eines Mitspielers – die Punkte, an denen Unsicherheit herrscht. Nach ein paar Minuten kommt eine Mitspielerin auf die Idee, auch vom Ziel, der Spielfeldmitte her, zu denken. Nun wird der ideale Weg von zwei Seiten gesucht. Die dritte Idee lautet schließlich, die Mitspieler nicht dort zu positionieren, wo man unsicher sei, sondern vielmehr eindeutige Weggabelungen in Erinnerung zu behalten. Das ist der Durchbruch: Nach nur 20 Minuten und damit in Bestzeit hat die Gruppe den Lösungsweg gefunden. Nun folgt Teil zwei der Aufgabe: Jedes Mitglied der Aktionsgruppe bekommt ein Stück Seil, gemeinsam und schweigend muss das Team den zuvor gefundenen Weg mit Seilen markieren. Auch das gelingt schnell.
 
Der TA-Eindruck: Zum Ende des Spiels ist die Gruppe in guter, gelöster Stimmung und wartet gespannt auf den anstehenden Workshop. Das Labyrinth ist deshalb als aktivierender Eisbrecher hervorragend geeignet. Auch Beobachtungen lassen sich aus dem Prozess ableiten – am Testtag jedoch nicht in dem Umfang, den Metalog verspricht. Meine Erklärung: Die Mitglieder des Testteams kannten sich bereits vorher; die Gruppe war mit sechs Mitspielern überdies recht klein (bis zu zwölf Teilnehmer sieht Metalog vor). Recht routiniert und sehr selbstorganisiert begann die Gruppe mit der Problemlösung; Anweisungen von meiner Seite, wie etwa regelmäßige Auszeiten zur Strategiebesprechung, wurden als störend empfunden und nur widerwillig befolgt. Weil die Gruppenmitglieder – trotz Aufteilung in Steuerungs- und Aktionsgruppe – sehr gleichberechtigt arbeiteten, ließen sich wenige Beobachtungen zum Führungsverhalten machen. 

TA-Fazit: Ein sehr guter Wegbereiter, aber kein Selbstläufer.

Logic Color. Metalog, 2009, 225 Euro.

Autor(en): (Corinna Moser)
Quelle: Training aktuell 01/10, Januar 2010
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