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Studie vergleicht Arbeitsbedingungen von freien und angestellten Trainern

Angestellte Trainer werden durch administrative Aufgaben stärker in Anspruch genommen als selbstständige. Das ist ein Ergebnis der Studie 'Produktivität von selbstständigen und angestellten Trainern in der beruflichen Weiterbildung', die Horst-Dieter Bruhn für die Hamburger 'Beratung für e-HR' erstellt hat. Um die Arbeitsbedingungen beider Gruppen zu vergleichen, stellte Bruhn im März 2006 einen Online-Fragebogen bereit. Beantwortet haben ihn 268 selbstständige und 99 angestellte Trainer. Deren eigene Beurteilung ihrer Arbeitssitutuation bildet die Grundlage der Studie.

Ein Ergebnis der Untersuchung: Obwohl die angestellten Trainer durch interne Verwaltungsprozesse und Teamsitzungen stärker aufgehalten werden als die freien Kollegen, müssen sie weniger Überstunden machen. Während freie Trainer an 86 Tagen im Jahr mehr als zehn Stunden arbeiten, sind angestellte Trainer 'nur' an 67 Tagen bis in den späten Abend aktiv. Auch bei Hotelübernachtungen und Reisetagen liegen die Angestellten hinter den Freien (43 zu 41 bzw. 47 zu 44). Doch warum müssen die Trainer, die auf eigene Rechnung arbeiten, mehr Zeit in ihren Beruf investieren? Akquisition ist ein Grund. Hierfür wenden freie Trainer nach eigenen Angaben rund 25 Arbeitstage pro Jahr auf. Bei fest angestellten Trainern nimmt die Suche nach neuen Aufträgen nur elf Tage in Anspruch.

Ein großer Unterschied beider Untersuchungsgruppen besteht auch bei der Anzahl der entlohnten Arbeitstage. Während Angestellte im Durchschnitt 131 Trainertage abrechnen können, werden Selbstständigen nur 108 Tage vergütet. Diese Differenz kommt auch dadurch zustande, dass es freien Trainern seltener gelingt, Konzepttage in Rechnung zu stellen, so ein weiteres Studienergebnis.

Gravierende Differenzen bei den Tagessätzen beider Trainergruppen belegt die Untersuchung hingegen nicht. 'Rechnet man die hohe Zahl der angestellten Trainer heraus, die ihren Tagessatz nicht kennen, verläuft die Stichprobe beinahe identisch', so Studienautor Bruhn.

Hohe Tagessätze von über 1.000,- Euro können in beiden Gruppen vor allem die Führungskräfte- und Verhaltenstrainer sowie die Vertriebstrainer verlangen. Mit weniger Lohn müssen sich diejenigen Trainer begnügen, deren Seminare als 'Schulung von der Stange' gelten. Dazu gehören etwa IT-Trainer, die die Handhabung von Office-Produkten vermitteln.

Die Anforderungen des Berufes werden wachsen, da sind sich angestellte und freie Trainer einig. Trotzdem bleiben beide Gruppen optimistisch: Nur jeder Vierte der Befragten befürchtet, dass seine Work-Live-Balance in Gefahr geraten wird. Die ausführlichen Studienergebnisse stehen im Internet zum Download bereit.
Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 12/06, Dezember 2006
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