Organisation

Seminare vor- und nachbereiten

Social Media fürs Präsenztraining

Dass Social Media neue Wege der Arbeit und des Lernens eröffnen, scheint - wie die Zukunft Personal in Köln zeigt - allmählich bei Unternehmen anzukommen. Aber was ist mit Weiterbildnern? Auch für Präsenztrainer bieten Netzwerke interessante Möglichkeiten. Bislang werden sie jedoch kaum genutzt.
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Wenn vom Nutzen die Rede ist, den Social Media für Trainer haben können, geht es meistens um Marketing oder die eigene Vernetzung mit Kollegen und Koryphäen. Dass die Netzwerktools auch dazu dienen können, Präsenztrainings medial zu begleiten und so die Qualität einer Weiterbildungsmaßnahme nachhaltig zu erhöhen, ist weniger bekannt. Dabei reichen die Möglichkeiten von der Seminarvorbereitung über die Bereitstellung von Seminarmaterial bis hin zur Transfersicherung. Vorteile, die Trainer bislang kaum nutzen.

'Unter Trainern herrscht weitgehend Desinteresse, was die neuen Technologien angeht', berichtet Lore Reß, Geschäftsführerin von Daten + Dokumentation. So kam ein Train-the-Trainer-Seminar, das die Online-Pionierin zum Thema 'Social Media im Training' im März angeboten hat, nicht zustande – mangels Masse. Ähnliche Erfahrungen hat Dörte Stahl gemacht, die ebenfalls Social-Media-Schulungen für Trainer (Termine ab November) anbietet: Vor allem die etablierten selbstständigen Präsenztrainer, so die Trainerin, seien sehr zurückhaltend in Bezug auf interaktive Online-Tools.


Grund dafür ist nicht allein, dass viele Trainer den Fraktor Präsenz betonen und im starken Widerspruch sehen zur Verwendung von Online-Techniken. Hinzu kommt eine in Deutschland weit verbreitete Skepsis gegenüber den Netzwerken, allen voran Facebook und Google+, deren Datensammelwut viele abschreckt. Eine Skepsis, die Trainer mit vielen Seminarteilnehmern gemein haben. Manche Zielgruppen – Manager etwa, Ältere und Medienkritische – sind in den Netzwerken kaum vertreten und lehnen es oft auch ab, sich dort anzumelden. Die Erfahrung hat Steffen Henkel, Trainer und Unternehmensentwickler von change project, gemacht, als er eine Lerngruppe auf Facebook gründen wollte: Das Projekt scheiterte an der Ablehnung eines Teilnehmers, sich bei dem wegen seiner Datenschutzpolitik umstrittenen Netzwerk registrieren zu lassen.

So interessant es also wäre, Facebook oder Google+ als eine Art virtuellen Seminarraum zu nutzen – praktisch ist es kaum durchführbar, solange eine Anmeldung für viele problematisch bleibt. Die Folge: Selbst interessierte Trainer verzichten auf eine Social-Media-Begleitung ihrer Seminare. Für Henkel, der sich auf interkulturelle Weiterbildungen spezialisiert hat, eine Fehlentwicklung: 'Weiterbildung muss sich dahingehend entwickeln, dass Lernprozesse dauerhaft begleitet werden.'

Extras:
  • Web-2.0-Tools für Trainer: Blogs, Soziale Netzwerke, Social Bookmarking und Twitter im Überblick
  • Von Neugier bis Tools: Tipps für den Social-Media-Einsatz

Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: Training aktuell 11/11, November 2011, Seite 30-32
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