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Seminar-Discounter wirft Konkurrenz 'unfaire Attacken' vor

Lautstark war der Auftritt vor einem halben Jahr, als Christian und Bernd Hansen mit ihrem Projekt 'Seminar-Discounter' die Bildfläche der Branche betraten. Zum 'Aldi der Weiterbildungsbranche' wollten sie sich mit ihrem Tiefpreis-Trainingskonzept aufschwingen.

Vom Erfolg des Lebensmittel-Discounters sind die Hanseaten jedoch weit entfernt, wie sich jetzt herausstellte. Doch leisere Töne schlägt das Duo trotzdem nicht an. Im Gegenteil: Für den Misserfolg verantwortlich macht Bernd Hansen nämlich die Konkurrenz, der er 'Beleidigungen, Pseudo-Buchungen und getürkte Bewerbungen' vorwirft. Warum die Mitbewerber zu solchen Mitteln greifen sollten? 'Angst vor dem Verdrängungswettbewerb', vermutet der Hanseat selbstbewusst.

Ob tatsächlich nur die Wettbewerber Schuld haben am schlechten Start des Seminar-Discounters? Schwer zu glauben. Leicht zu erkennen ist jedoch, dass der Billigheimer seine selbst gesteckten Ziele bei Weitem nicht erreicht hat. Eine Armee von Trainern wollte Hansen beispielsweise anheuern, um seine Seminare massenhaft anbieten zu können. Doch bislang sind nur zehn potenzielle Dozenten ausgewählt. Bis diese für den Einsatz geschult sind, ist Bernd Hansen alleiniger Trainer des Seminar-Discounters.

Unter diesem personellen Engpass hat auch das Angebot gelitten: Mit standardisierten Seminaren zu den Themen Rhetorik, Dialektik und Verkauf wollten Vater und Sohn die Konkurrenz deutschlandweit ausstechen. Auf der Homepage www.seminar-discounter.de finden sich sechs Monate nach Unternehmensgründung jedoch nur noch Kurse zur Redekunst. Und selbst hier gibt es Ausfälle: In Berlin musste ein Seminar abgesagt werden - mangels Teilnehmern.

Bernd Hansen ficht das alles nicht an: Der 49-Jährige gibt sich weiterhin optimistisch. Er hat das Anmeldeverfahren für Seminare geändert, um Pseudo-Buchungen auszuschließen. Darüber hinaus will er vermehrt auf firmeninterne Seminare setzen. Um hier erfolgreich durchstarten zu können, hat er sich selbst vom 'Cheftrainer' zum Geschäftsführer befördert. 'Ein Geschäftsführer mit Berufserfahrung hat mehr Erfolg bei der Akquise', so die Einsicht von Hansen senior. Bislang führte sein 25-jähriger Sohn die Firma alleine.
Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 02/07, Februar 2007
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