Politisches

Sachverständigen-Gruppe konstituiert sich als 'Gegenpol' zur Enquêtekommission

Die Arbeit der im Mai 1996 vom Bundestag eingesetzten Enquêtekommission 'Sogenannte Sekten und Psychogruppen' und nicht zuletzt die anhaltenden Diskussionen um das Lebensbewältigungshilfe-Gesetz gaben den Anstoß: Im April dieses Jahres wird sich eine Sachverständigen-Gruppe konstituieren, die sich den Themen Psychomarkt und Lebensbewältigungshilfe annehmen will.

Initiator ist Gerhard Besier, Professor für Historische Theologie und Konfessionskunde an der Universität Heidelberg. Zusammen mit fünf weiteren Wissenschaftlern will er mit der unabhängigen Sachverständigen-Gruppe gewissermaßen einen Gegenpol zur Enquêtekommission des Bundestages bilden. Besier: 'Unter den Experten der Kommission befinden sich auch sogenannte Weltanschauungsexperten der Kirchen - ein problematischer Interessenkonflikt. Denn den schwindsüchtigen Großkirchen muß ja daran liegen, Konkurrenz auszuschalten.' Und Konkurrenz sehen die Kirchen nach Ansicht von Besier auch in den Trainings- und Beratungsleistungen der Management-Anbieter. Daher will sich der Universitätsprofessor für mehr Transparenz des Marktes und eine ideologiefreie Information des Verbrauchers einsetzen.

Geplant haben die Experten zunächst eine grundsätzliche Stellungnahme zum Thema Religionsfreiheit. Adressaten: Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und das Bundeskanzleramt. Den Gesetzesentwurf zur Regelung der Lebensbewältigungshilfe wollen sie ebenfalls nicht unkommentiert lassen. In weiteren Schritten ist dann die Evaluierung verschiedener Trainingsmethoden vorgesehen.

Bis zur konstituierenden Sitzung sollen die Namen der weiteren fünf Sachverständigen ungenannt bleiben. Nur soviel: Es sind zwei Staatsrechtler, ein Philosoph, ein Mediziner und ein Soziologe.
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 03/98, März 1998
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