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Rezension: Kompetenzmanagement

Von Sven Grote, Simone Kauffeld, Ekkehart Frieling (Hrsg.), 298 S., geb., Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2006, ISBN 3-7910-2382-3, 49,95 Euro.

'Der Konkurrenzkampf der Zukunft wird als Kompetenzkampf geführt'. Gleich der erste Satz des Buches 'Kompetenzmanagement' weist die Richtung: Ob Wirtschaftsstandort Deutschland oder Wirtschaftsraum Europäische Union - Wissen und Können, Qualifikation und Kompetenz der Mitarbeiter sind ein strategischer Wettbewerbsfaktor unserer wirtschaftlichen Zukunftssicherung.

Die Herausgeber Sven Grote, Simone Kauffeld und Ekkehart Frieling definieren Kompetenzen als '...operationalisierbare Konstrukte menschlicher Leistungen, die transparent, beobachtbar und messbar sein müssen'. Als immaterieller Vermögenswert eines Unternehmens bedürfen sie - neben Erfassung und Entwicklung - eines gezielten Managements, um diesen Wert in den angestrebten Wettbewerbsvorteil ummünzen zu können. Kompetenzmanagement in diesem Sinne stellt Personalinstrumente und Orientierungshilfen bereit, um organisationales, gruppenbezogenes und individuelles Lernen miteinander zu verknüpfen. Grundlage hierfür ist ein unternehmensbezogenes Kompetenzmodell, das auf standardisierte Anforderungen an persönliche verhaltensbezogene Kompetenzen abzielt und über Bereichsgrenzen hinweg einen einheitlichen Sprachgebrauch zu Kompetenzen ermöglicht.

Die Herausgeber leiten ihr Werk mit einer knappen Darstellung der Meilensteine des Kompetenzmanagements und einer hilfreichen Systematik zur Implementierung entsprechender Systeme ein, konzentrieren sich dann aber auf die betriebliche Praxis im Unternehmen: Geschildert werden zehn Fallbeispiele von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen, die für die ganze Bandbreite und Vielfalt methodischer und inhaltlicher Ansätze zum Kompetenzmanagement stehen. Ein Auszug: Das 'Training der Kunden- und Vertriebsorientierung durch Selbsterfahrung und Grenzüberwindung im Outdoor-Bereich' bei BHW, das SAP-basierte Skillmanagementsystem 'ComSkill' der Commerzbank, das Führungsleitbild 'Management Excellence' bei SAP, der 'Kompetenzentwicklungsleitfaden' für die Produktion bei Müller-Milch.

Die Fallbeispiele zeigen durchgängig, dass Kompetenzmanagement im Kern nichts anderes ist als eine systematische Ausrichtung klassischer Personalinstrumente hin auf ein Kompetenzmodell, welches die jeweiligen betrieblichen Anforderungen widerspiegelt. Kompetenzmanagement bleibt dabei ein lebendiger Entwicklungsprozess, dessen Gelingen in einem Unternehmen ganz entscheidend von einer vertikal wie horizontal offenen Information und Kommunikation abhängt.

Herausgebern und Autoren gelingt es in bemerkenswerter Weise, wissenschaftlichen Anspruch und Nutzbarkeit für die Betriebspraxis miteinander zu verbinden. Darstellung und Bewertung der Fallbeispiele folgen einer einheitlichen Struktur, was für die Lesbarkeit und für das Verständnis der Materie sehr dienlich ist.

Fazit: Wer die Einführung oder Änderung eines Systems zum Kompetenzmanagement plant, findet hier vielfältige Anregungen und praktische Hilfen.
Autor(en): (Helmut Fischer)
Quelle: Training aktuell 10/06, Oktober 2006
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