Inspiration

Provokativer Stil für Coachs

Gekonnt provozieren

Die eigenen Klienten provozieren? Ein Tabu für die meisten Coachs. Doch das zu brechen könnte ungeahnte Energien im Coachingprozess freisetzen – wenn der Coach denn die hohe Kunst des Provokativen Stils beherrscht. Training aktuell stellt den Ansatz anlässlich des Todes seines Begründers Frank Farrelly vor.
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'Das Problem ist nicht die mangelnde Kommunikation im Team, das Problem sind Sie!', 'Sie glauben wohl, wenn Sie so einen verzweifelten Gesichtsausdruck aufsetzen, dass ich Ihnen zustimmen muss?' oder 'Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter eigentlich auch wie Kleinkinder?' Solche Dinge werfen Coachs ihren Klienten an den Kopf, wenn sie den Provokativen Stil anwenden. Kein Wunder, dass der Ansatz bis heute die Gemüter erregt und polarisiert. Doch was steckt eigentlich hinter den gezielt eingesetzten Unverschämtheiten?

Entwickelt wurde die Provokative Therapie vom US-amerikanischen Sozialarbeiter und Psychotherapeuten Frank Farrelly. Er entwickelte den Ansatz bei seiner Arbeit mit chronisch Schizophrenen Anfang der 1960er Jahre. Nachdem es ihm in 90 Therapiestunden nicht gelungen war, einen Patienten davon zu überzeugen, dass er wertvoll sei und sich ändern könne, drehte Farrelly den Spieß um. 'Ich stimme mit Ihnen überein, Sie sind ein hoffnungsloser Fall!', erklärte Farrelly.

Was eine erstaunliche Wirkung erzielte: Sofort protestierte der Patient, er begann sich zu verteidigen und seine positiven Eigenschaften aufzuzählen. Die Provokative Therapie war geboren. Ein Ansatz, der viele Regeln der Psychotherapie, wie sie bis dahin praktiziert wurde, über den Haufen warf. Das psychotherapeutische Kurzverfahren wurde bald auch aufs Coaching übertragen.

Extras:
  • Werkzeuge des Provokativen Stils: Von Unberechenbarkeit bis Unterstellung
  • Literaturtipps: Drei weiterführende Bücher über Provokative Therapie

Autor(en): Miriam Wagner
Quelle: Training aktuell 04/13, April 2013, Seite 14-17
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