Organisation

Praxistest „Teamwork“
Praxistest „Teamwork“

Jedes Wort zählt

Sich im Team zu ergänzen, sich in andere hineinzuversetzen und mit wenigen Worten verständlich zu kommunizieren – all das kann mit „Teamwork“ spielerisch geübt werden. Bei dem Kartenspiel müssen Teammitglieder unter erschwerten Bedingungen Begriffe erklären. Training aktuell hat es im Praxistest unter die Lupe genommen.

Das Angebot

„Was könnte der andere damit genau gemeint haben?“, „Wie kann ich mich so ausdrücken, dass die anderen mich richtig verstehen?“ – das sind Fragen, die sich Teammitglieder im (Arbeits-)Alltag wahrscheinlich häufig stellen. Mithilfe des Kartenspiels „Teamwork“ erleben sie diese und ähnliche Fragen der Zusammenarbeit in einem anderen Kontext. Spielerisch lernen sie, sich gegenseitig einzuschätzen, mit wenigen Worten zu verstehen und zu ergänzen. So eignet sich „Teamwork“ nicht nur für einen Spieleabend unter Freunden und Familienmitgliedern, sondern auch als Teambuilding-Maßnahme oder Icebreaker in der Weiterbildung. Erschienen ist das Kartenspiel bei Adlung Spiele. Entwickelt wurde es vom Spielemacher Michael Andersch.

IM TEST

  • Produkt: Kartenspiel „Teamwork“
  • Anbieter: Adlung Spiele
  • Preis: 12 Euro
  • Link: bit.ly/TA_Teamwork

TA-Check

Das Prinzip von „Teamwork“ erinnert zunächst an das österreichische Gesellschaftsspiel „Activity“, denn es geht darum, Begriffe zu erklären und zu erraten – allerdings nur mündlich, nicht durch Pantomime oder Malen. Als ich mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen, die das Spiel mit mir testen, die Spielanleitung genauer studiere, wird aber schnell klar, dass der Rest des Spiels nicht viel mit „Activity“ gemein hat.

Als Spielmaterial liegen uns 60 Begriffskarten mit jeweils sechs durchnummerierten Begriffen vor. Das Ziel des Spiels klingt dabei erstmal nicht nach Teamwork: Jeder Spieler sammelt für sich Punkte. Einen Punkt gibt es immer dann, wenn man einen Begriff erraten oder einen erfolgreich erratenen Begriff erklärt hat. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Im Spielverlauf ist dann allerdings doch Kooperation gefragt. Denn die Spielenden müssen die Begriffe nicht alleine, sondern in Zweierteams erklären. Zwar wird zu Beginn jeder Runde ein Startspieler gewählt, der eine Begriffskarte vom Stapel zieht. Der Startspieler bildet dann aber mit der Person links neben ihr oder ihm ein Erklärteam. Beide dürfen sich die gewählte Begriffskarte ansehen. Welchen der sechs Begriffe von der gezogenen Karte sie erklären müssen, bestimmt einer der anderen Mitspieler, indem er oder sie eine beliebige Zahl von eins bis sechs nennt.

Beim Erklären des Begriffs gibt es jedoch eine Einschränkung: Ohne vorherige Absprache dürfen die Mitglieder des Erklärteams abwechselnd nur ein Wort sagen. Dabei müssen sich ihre Worte so ergänzen, dass sie genau einen Satz ergeben. Dieser darf aber nicht durch aneinandergereihte Nebensätze oder Verbindungswörter wie „und“ endlos verlängert werden. Denn der Satz darf nicht mehr als zehn Wörter umfassen. Vom ersten Wort an dürfen die anderen Mitspieler so lange versuchen, den Begriff zu erraten, bis das richtige Wort gefunden ist oder die ratenden Spieler aufgeben. Pro Runde wird nur ein Begriff erklärt. Danach geht die Rolle des Startspielers an den nächsten Spieler im Uhrzeigersinn über, sodass ein neues Erklärteam entsteht. Die Anzahl der Runden kann vor Spielbeginn frei gewählt werden.

Bei „Teamwork“ erklären zwei Spieler einen Begriff von einer Spielkarte, indem sie abwechselnd ein Wort sagen und so nur genau einen Satz bilden.   managerSeminare Verlags GmbH

Für den Praxistest einigen wir uns auf acht Runden, damit alle gleich oft erklären und raten können. Die Kollegin rechts von mir meldet sich freiwillig als erste Startspielerin und bildet mit mir ein Erklärteam. Das Wort, das wir erklären müssen, lautet „Flossen“. Meine Kollegin beginnt mit dem Wort „Zwei“, sodass ich gleich eine Idee habe, wohin sie mit dem Satz will. Ich ergänze: „davon“. Sie fährt fort: „hat“. Ich frage mich, welches Tier mit zwei Flossen sie meint, oder spielt sie auf die Flossen eines Tauchers an? Ich entscheide mich dafür, den Artikel „ein“ zu ergänzen. Sie beendet den Satz mit „Seelöwe“, und mein Kollege errät das Wort „Flossen“ sofort. Kein schlechter Start, für die erste Runde.

Doch das nächste Wort ist für uns nicht so einfach zu erklären. Für dieses übernehme ich die Rolle der Startspielerin und bilde zusammen mit der Kollegin zu meiner Linken das neue Erklärteam. Diesmal müssen wir den Begriff „Karussell“ erklären. Es liegt an mir den Satz zu starten und mir fallen sofort einige Assoziationen ein (Jahrmarkt, Rummelplatz ...). Aber ich weiß nicht, wie ich den Satz am besten beginnen soll, damit meine Kollegin weiß, worauf ich hinaus will. Also beginne ich mit einem diplomatischen „Ein“, in der Hoffnung, dass sie den Satz mit einem Wort wie „Fahrgeschäft“ fortsetzt. Doch ihr nächstes Wort ist „Erlebnis“. Damit habe ich nicht gerechnet. Durch „leichte Verbindungsprobleme“, wie meine Kollegin es später zusammenfasst, entsteht der Satz: „Ein Erlebnis, das man auf dem Fahrgeschäft erleben kann.“ Dieser ergibt zwar nicht viel Sinn, klingt redundant und bringt dadurch sowohl das Erklär- als auch das Rateteam zum Lachen. Aber er erfüllt seinen Zweck, denn nach einigen Versuchen errät unser Kollege doch noch das Wort „Karussell“.

Nach einigen Runden haben wir den Dreh raus und noch jedes Wort – darunter „Funkgerät“, „Stadion“, „Blatt“, „Fahne“ und „Kinderlied“ – erraten. Nur auf das letzte Wort kommen wir nicht. Was meinen die Kollegen mit dem Satz „Spendet Licht in einer länglichen Form und fluoresziert an der Decke“? Die Antwort, die uns nicht einfiel: Neonröhre. Zum Schluss vergleichen wir unsere Punkte, die wir nebenbei auf einem Zettel notiert haben. Eine Kollegin gewinnt knapp mit einem Punkt Vorsprung.

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TA-Eindruck

Während wir das Spiel Revue passieren lassen, lachen wir immer wieder über misslungene Erklärsätze. Wir sind uns einig: Das hat Spaß gemacht. Als wir uns darüber austauschen, was uns in der vergangenen halben Stunde leicht- oder schwergefallen ist, fallen Sätze wie „Das war nicht der Anfang, den ich gewählt hätte“ oder „Was hast du denn mit dem Wort XY gemeint?“. So ist es uns zwar manchmal gar nicht leichtgefallen, uns in die andere Person hineinzuversetzen, zu erahnen, worauf die oder der andere hinauswill, oder auch mal eine eigene Idee zurückzustellen, um gemeinsam zu einer sinnvollen Lösung zu kommen. Aber mit jeder Runde haben wir dazugelernt und unsere Teammitglieder besser kennengelernt. Zudem haben wir gemerkt, dass schon ein einzelnes Wort einen Unterschied machen kann. Ein Wort hat manchmal genügt, um einem Satz eine unvorhergesehene Wendung zu geben – ein Sinnbild dafür, wie wichtig die Kommunikation im Team ist.

TA-Fazit

Ein unterhaltsames, kreatives und kurzweiliges Kartenspiel, das die Zusammenarbeit und Kommunikation im Team fördert.

Die Autorin: Laura Nastran

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