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Praxistest „Geist:Memorado“
Praxistest „Geist:Memorado“

Ruhiger Geist, trainiertes Gehirn

Apps für Gehirnjogging gibt es reichlich, ebenso wie Apps für Achtsamkeit. „Geist:Memorado“ ist indes eine Anwendung, die beide Themenbereiche vereint – mit einer Vielzahl von Meditations- bzw. Achtsamkeitsübungen für mehr Entspannung im Alltag und Minispielen für das Gehirntraining. Training aktuell hat die App genauer unter die Lupe genommen.

Das Angebot

Durch Meditationen und Achtsamkeitsübungen zu mehr Gelassenheit im Alltag gelangen und zugleich auf eine spielerische Art und Weise die kognitiven Fähigkeiten trainieren – das ist das Ziel der App „Geist:Memorado“. Sie enthält über 50 Meditationen, 17 Geschichten zum Einschlafen und 14 Naturklänge, die für einen ruhigeren Geist und besseren Schlaf sorgen, sollen sowie insgesamt 40 Minispiele, mit denen z.B. Konzentration, Gedächtnis, Logik und Reaktion trainiert werden können. Die App wurde vom Anbieter Reflectly ApS in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern entwickelt.

TA-Check

Um „Geist:Memorado“ einem Praxistest unterziehen zu können, lade ich die App aus dem App Store herunter. Dann öffne ich die App und lande auf einem Begrüßungsbildschirm, auf dem ich aufgefordert werde, mein Alter anzugeben und einige Fragen zu beantworten (z.B. Willst du konzentrierter und aufmerksamer sein? Willst du schneller neue Fertigkeiten lernen? Willst du besser schlafen?). Dies soll laut Anbieter dabei helfen, die Empfehlungen der App in Bezug auf Gehirntraining und Achtsamkeitsübungen optimal auf mein Alter und meine Ziele abzustimmen bzw. anzupassen. Nachdem ich alle Fragen beantwortet habe, öffnet sich ein Fenster mit einem Angebot: Ich erhalte eine siebentägige kostenlose Premium-Mitgliedschaft, für die ich allerdings ein Konto anlegen und Zahlungsinformationen hinterlegen muss: Wenn ich nicht rechtzeitig kündige, verlängert sich das Abo automatisch. Das kostet laut App 89,99 Euro pro Jahr.

„Geist:Memorado“ ist sehr ansprechend gestaltet. Die Oberfläche der App ist übersichtlich, aufgeräumt, und teilweise wird mit Fotos aus der Natur und Ausschnitten aus Aquarellbildern gearbeitet. Unterteilt ist die App in vier Bereiche: Home, Spielen, Meditieren und Schlafen. Unter „Home“ finde ich einen IQ-Schnelltest, ein Workout für das Gehirn, empfohlene Meditations- und Achtsamkeitsübungen und einen Überblick über meine Aktivitäten bzw. Erfolge mit der App – dargestellt in unterschiedlichen Diagrammen. Bei „Spielen“ erhalte ich eine große Auswahl an Minispielen, die das Gehirn trainieren sollen. Unterteilt sind diese in die Kategorien Konzentration, Gedächtnis, Logik, Reaktion, Geschwindigkeit, Achtsamkeit und Sprache – in jeder Kategorie befinden sich vier bis neun Spiele. Bei „Meditieren“ kann ich zwischen unterschiedlichen Kursen – etwa zu den Grundlagen der Meditation, Selbstfürsorge, Stress oder Unruhe – und Einzelmeditationen auswählen. Darüber hinaus finden sich hier unterschiedliche Klänge aus der Natur (z.B. Regen, Ozean, Wald), die für Entspannung sorgen sollen. Der Bereich „Schlaf“ wartet mit Entspannungsübungen, verschiedenen Informationsbeiträgen zum Thema Schlaf und insgesamt 17 Geschichten zum Einschlafen auf.

Nachdem ich die App erkundet habe, starte ich im ersten Schritt mit einem Workout für das Gehirn, das aus insgesamt fünf Minispielen aus verschiedenen Kategorien besteht. Ich starte mit dem ersten Spiel des Workouts, das zur Kategorie Reaktion gehört und „Roboterfabrik“ heißt. Auf einem sich bewegenden Fließband muss ich möglichst viele Roboterteile anklicken, aus denen sich im Idealfall nacheinander vier Roboter zusammensetzen lassen. Was zunächst simpel erscheint, entpuppt sich im Laufe des Spiels als echte Herausforderung: Das Fließband wird immer schneller, und neben den Roboterteilen erscheinen Bomben, deren Anzahl stetig zunimmt. Klicke ich versehentlich auf eine Bombe, wird der Bau des entsprechenden Roboters abgebrochen. Letztlich schaffe ich es nur, die ersten beiden Roboter erfolgreich zusammenzubauen – beim dritten und vierten scheitere ich. Nach diesem Spiel startet direkt das zweite. Dabei handelt es sich um das bekannte Spiel „Memory“, das hier zur Kategorie Gedächtnis gehört. Auf dem Spielfeld liegen viele verdeckte Karten. Ziel ist es, in insgesamt sechs Runden gleichfarbige Karten zu finden, die kurz auf- und dann wieder zugedeckt werden. Ich muss mir die Position der Karten merken und die richtigen wieder aufdecken. Auch dies wird im Verlauf des Spiels immer schwieriger, da immer mehr Karten hinzukommen. Trotzdem schaffe ich es, in jeder Runde die gleichfarbigen Karten zu finden.

Im Test

  • Produkt: Geist:Memorado 
  • Anbieter: Reflectly ApS
  • Preis: Kostenlose 7-tägige Testversion, Jahresabo 89,99 Euro
  • Link: bit.ly/4dwlPQP

Das dritte Spiel „Schnelle Symbole“ aus der Kategorie Geschwindigkeit startet. Hier erscheinen nacheinander verschiedene Symbole, z.B. ein gelbes Quadrat oder ein grüner Kreis, und meine Aufgabe ist es, zu entscheiden, ob es sich um das gleiche Symbol wie zuvor oder um ein anderes handelt. Die Schwierigkeit: Man spielt gegen die Zeit, und jede falsche Entscheidung bedeutet Zeitabzug. Dieses Spiel finde ich besonders anspruchsvoll, und ich mache einige Fehler – am Ende wird mir angezeigt, dass ich nur sechs Mal richtig entschieden habe.

Das vierte Spiel gehört zur Kategorie Konzentration und heißt „Ballchaos“. Mehrere Bälle mit spezifischen Mustern und/oder Farben bewegen sich über das Spielfeld. Nach und nach kommen weitere Bälle hinzu, und meine Aufgabe ist es, die anfänglichen Bälle im Auge zu behalten. Nach einer Weile stoppen die Bewegungen, die Muster und Farben verblassen, und ich muss die ursprünglichen Bälle auf dem Feld wiederfinden und anklicken. Auch dieses Spiel wird immer schwieriger: Am Anfang sind es nur vier Bälle, die sich über das Spielfeld bewegen, aber nach und nach erhöht sich die Anzahl auf zwölf Bälle. Trotzdem gelingt es mir, in diesem Spiel erfolgreich abzuschneiden: In allen Runden finde ich die richtigen Bälle wieder.

Das fünfte Spiel des Workouts ist ein Kopfrechenmarathon aus der Kategorie Logik, in dem nacheinander Rechenaufgaben mit einem Ergebnis angezeigt werden und ich entscheiden muss, ob das Ergebnis richtig oder falsch ist. Für die richtige Antwort gibt es einen Punkt, für die falsche wird einer abgezogen. Außerdem spiele ich auch hier gegen die Zeit, was das Ganze noch anspruchsvoller macht. Trotz der Schwierigkeiten fällt es mir jedoch relativ leicht, richtig zu antworten: Ich mache fünf Fehler und bekomme insgesamt elf Punkte.

Nun ist das Workout am Ende, und auf einem Diagramm wird mir angezeigt, wie gut oder schlecht ich bei den einzelnen Spielen abgeschnitten habe. Außerdem werden meine Spielergebnisse mit denen anderer Nutzer der App verglichen: „Du bist insgesamt 65 Prozent besser als die Geist-Nutzer deiner Altersklasse.“ Das hätte ich nicht erwartet. Auf dieses Ergebnis bin ich stolz, und es motiviert mich, weiter am Ball zu bleiben.

Das Minispiel „Roboterfabrik“ soll das Reaktionsvermögen trainieren. Screenshot App „Geist: Memorado“

Am späten Abend schaue ich noch mal in die App rein. Um nach einem anstrengenden Tag zur Ruhe zu kommen, entscheide ich mich diesmal für eine Meditation. Als Anfängerin auf diesem Gebiet wähle ich dafür die erste Meditationsübung aus dem Grundlagenkurs: Eine angenehme Männerstimme erklärt mir zunächst, was Achtsamkeit bedeutet und worauf ich beim Meditieren achten soll. Dann leitet er die Meditation an und hilft mir, mich auf meinen Atem und meinen Körper zu konzentrieren, abschweifende Gedanken zu bemerken und die Konzentration immer wieder auf den Atem und den Körper zurückzuführen. Diese Übungen entspannen mich, und ich merke nach der Meditation deutlich, dass ich mich nicht mehr so gestresst fühle wie zuvor.

Um besser einschlafen zu können, schaue ich mir anschließend die Einschlafgeschichten an und starte die 11-minütige Geschichte „Die Hütte“. Wieder ist es derselbe Sprecher: Nach einer kurzen Entspannungsübung bittet er mich, mir vorzustellen, ich sei auf einer Wanderung im Grünen: Es ist ein schöner Frühlingsnachmittag, die Sonne scheint, die Luft ist klar und erfrischend. Ich wandere durch Felder, Wiesen und Wälder – bis zum späten Abend, als die Sonne untergeht. In der Ferne entdecke ich eine einladende Holzhütte, die ich betrete und beschließe, dort Rast zu machen. Ich setze mich in einen bequemen Sessel, beobachte das Feuer im Kamin und dämmere langsam weg. Der Sprecher verstummt nun und nur das Knistern des Feuers ist zu hören, was mich müde macht. Ich schlafe tatsächlich ein und wache am nächsten Morgen ausgeruht auf.

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TA-Eindruck

Die Kombination aus Meditations- bzw. Achtsamkeitsübungen und Gehirnjogging-Spielen in „Geist: Memorado“ gefällt mir gut, und bis dato ist mir auch keine andere App in dieser Form bekannt. Die Minispiele erschienen mir anfangs alle zu einfach, was sich aber im weiteren Spielverlauf relativ schnell änderte, wodurch sich Fehler häuften. Der Spielcharakter der App – z.B. wird zu Beginn jedes Spiels ein Countdown heruntergezählt, und eine tickende Uhr signalisiert, dass sich das Zeitlimit eines Spiels dem Ende nähert – erhöht den Spielspaß. Und die Tatsache, dass die Ergebnisse auf einem Diagramm dargestellt und mit anderen Nutzern derselben Altersgruppe verglichen werden, steigert den Ehrgeiz, sich ständig zu verbessern. Positiv finde ich auch, dass die Minispiele sehr kurz sind, sodass sich ein Workout gut in den Alltag integrieren lässt.

Das gilt auch für die Meditationen bzw. Achtsamkeitsübungen: Sie dauern im Schnitt nur zehn Minuten und können so z.B. während einer Zugfahrt durchgeführt werden. Die Meditation, die ich mir angehört habe, empfand ich durchweg als angenehm: Die Stimme des Sprechers ist ruhig und die Übungen, durch die er führt, sind wohltuend, sodass man gut vom Alltag abschalten kann. Besonders gut hat mir die Geschichte zum Einschlafen gefallen: Sie hat mich gedanklich an einen schönen Ort versetzt und mir geholfen, mich zu entspannen und besser einzuschlafen.

TA-Fazit

Eine gelungene Kombination aus Achtsamkeitstraining und Gehirnjogging mit vielen Minispielen und Meditationsübungen.

Die Autorin: Janine Dengel

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