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Beitrag von Janine Dengel aus Training aktuell 04/25, April 2025
In der heutigen, von ständigen Veränderungen und Krisen geprägten Welt zu mehr Ruhe und Achtsamkeit finden. Das ist das Ziel des Kartensets „Achtsamkeit in Wort und Bild“, das von Susanne Strobach, Gründerin der Achtsamkeits-Akademie in Wien, und dem Achtsamkeits- und Meditationsexperten Matthieu Hess entwickelt wurde. Es basiert auf der Achtsamkeitsmeditation nach dem MBSR-Konzept (Mindfulness-Based Stress Reduction) von Jon Kabat-Zinn, in dem es darum geht, zwölf innere Haltungen zu kultivieren (Nicht-Urteilen, Geduld, Anfängergeist, Vertrauen, Nicht-Erzwingen, Akzeptieren, Loslassen, Dankbarkeit, Großzügigkeit, Liebende Güte, Mitgefühl, Sanftheit) und eignet sich sowohl für die Einzelarbeit als auch für den Einsatz in Gruppen, etwa in Achtsamkeitsworkshops im Coaching oder Training. Erschienen ist das Kartenset im Beltz Verlag.
Das Kartenset basiert auf der Achtsamkeitsmeditation nach dem MBSR-Konzept von Jon Kabat-Zinn, in dem es darum geht, zwölf innere Haltungen zu kultivieren.
Das Kartenset wird in einem stabilen und handlichen Pappkarton geliefert, der etwas größer ist als das DIN-A5-Format. Neben den bereits auf der Verpackung angekündigten 60 Impulskarten befindet sich im Inneren eine weitere Karte mit einem Link und einem Download-Code für eine digitale Version des Kartensets sowie ein 35-seitiges Booklet. In diesem wird Hintergrundwissen zum Thema Achtsamkeit und Neurowissenschaften vermittelt und das MBSR-Konzept mit seinen zwölf Haltungen vorgestellt und erläutert. Darüber hinaus enthält das Booklet zahlreiche Zitate zum Thema Achtsamkeit, u.a. von bekannten Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Franz Kafka oder Konfuzius, sowie fünf Anleitungen zu verschiedenen Anwendungs- bzw. Einsatzmöglichkeiten der Karten. Zu diesen gehören: das Ratespiel, Zufälle und Zusammenhänge, Haltung der Woche, Kreislauf und Erinnerungshilfe.
Ich lese mir die Inhalte des Booklets durch, und danach schaue ich mir die 60 Impulskarten genauer an: Diese sind in die zwölf Haltungen des MBSR-Konzepts eingeteilt (fünf Karten pro Haltung). Auf der Vorderseite jeder Karte befindet sich eine bunte Illustration, z.B. Meditationssteine, Blumen, Smileys. Auf der Rückseite finden sich zu den Illustrationen passende Zitate, ergänzt durch drei Reflexionsfragen und eine Übung für die Praxis.
Nach diesem ersten Kennenlernen beginne ich meinen Praxistest in Einzelarbeit. Ich entscheide mich für die Anwendungsvariante „Ratespiel“ und mische zunächst alle Karten wie in der Anleitung beschrieben. Den gemischten Stapel lege ich vor mir auf den Tisch, dann nehme ich einen Stift und einen Schreibblock zur Hand und ziehe eine Karte. Die Illustration auf der gezogenen Karte zeigt einen überwiegend schwarzen Hintergrund, der etwa 70 Prozent der Fläche einnimmt, und eine Hand, die ein brennendes Streichholz mit einer großen gelben Flamme hält. Laut Anleitung besteht die erste Aufgabe darin, die Illustration auf mich wirken zu lassen und zwei Fragen zu beantworten: Was löst die Karte in mir aus? Welche Emotionen weckt sie in mir? Ich betrachte die Illustration eine Weile und notiere meine Eindrücke: „Die dominante schwarze Fläche vermittelt mir ein Gefühl der Schwere und wirkt bedrückend. Sie löst negative Emotionen wie Unbehagen, Traurigkeit, Ärger oder Wut aus. Im Gegensatz dazu empfinde ich die Flamme als positiv. Sie strahlt Wärme aus und symbolisiert für mich einen Ausweg aus der Dunkelheit.“
Nun wende ich mich der nächsten Aufgabe zu, die darin besteht, die Illustration zu interpretieren: Welche Botschaft könnte die Karte für meine momentane Lebenssituation enthalten? Welche Haltung aus dem MBSR-Konzept kultiviere ich damit und welches Zitat aus dem Booklet passt dazu? Ohne lange nachzudenken, erkenne ich schnell eine Botschaft in der Illustration und notiere: „Auch in schlechten Zeiten das Positive sehen, ein Licht anzünden, bereit sein, etwas zu verändern.“ Um die beiden anderen Fragen zu beantworten, muss ich noch einmal einen Blick in das Booklet werfen. Ein passendes Zitat ist schnell gefunden „Es ist besser ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen (Konfuzius)“. Und auch die zugehörige Haltung ist eindeutig: „Sanftmut“. Sie wird im Booklet als die Fähigkeit beschrieben, auf Probleme positiv, gelassen und verständnisvoll zu reagieren, während Zorn und Rücksichtslosigkeit vermieden werden.
Laut Anleitung soll ich als Nächstes die Karte umdrehen, die Rückseite lesen und schauen, ob meine Interpretation der Illustration zutrifft. Dabei stelle ich fest: Das Zitat von Konfuzius und auch die Haltung „Sanftmut“ habe ich richtig gewählt, was mich freut. Nun soll ich die drei Reflexionsfragen auf der Rückseite lesen und beantworten: „Was meint Konfuzius mit Licht entzünden und wofür steht Dunkelheit? Wie fühlt es sich für mich an, wenn ein neues Problem auftaucht? Wie kann ich Licht entzünden, wenn mir nach klagen ist? Ich stelle fest, dass diese Fragen anspruchsvoller sind als die vorherigen zur Wirkung/Interpretation der Illustration. Ich brauche einige Zeit, um meine Gedanken zu ordnen, und komme schließlich zu folgendem Ergebnis: „Die Dunkelheit symbolisiert Herausforderungen im Alltag, die Belastung, Traurigkeit oder Wut auslösen können. Das Licht entzünden steht für das Finden positiver Perspektiven und den bewussten Schritt zur Veränderung. Wie ich auf ein Problem reagiere, hängt von der Situation ab – es kann Traurigkeit, Wut, Stress oder Frustration hervorrufen. Ich kann z.B. ein Licht anzünden, indem ich über das Problem nachdenke und überlege, ob es sich wirklich lohnt oder ob es überhaupt einen Grund gibt, negative Emotionen dabei zu empfinden. Ich kann versuchen, etwas Positives daran zu finden, und überlegen, was ich ändern kann.“
Alle Fragen sind nun beantwortet. Die letzte Aufgabe besteht laut Anleitung darin, die auf der Karte vorgeschlagene Übung in meinen Alltag zu integrieren. Sie lautet: „Sobald ich Ärger, Zorn oder Ablehnung in mir erkenne, halte ich inne. Ich richte meine Aufmerksamkeit sanft auf die körperlichen Empfindungen, welche die Situation begleiten. So entzünde ich das Licht der Sanftmut in mir.“ Eine Woche lang habe ich diese Übung in meinen beruflichen und privaten Alltag eingebaut. Und es gab tatsächlich einige Situationen/Probleme, die in mir negative Emotionen hervorriefen und mich dazu veranlassten, die Übung durchzuführen.
Die Arbeit mit dem Kartenset war für mich eine interessante Erfahrung, die mir neue Erkenntnisse zum Thema Achtsamkeit gebracht hat. Die Fragen in der Anleitung und auf den Karten regten mich an, über vieles nachzudenken und verschiedene Lebenssituationen zu reflektieren. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten nach positiven Aspekten zu suchen und so Licht ins Dunkel zu bringen. Auch die Übung hat mir im Alltag sehr geholfen. Durch das bewusste Innehalten, das Wahrnehmen meiner Emotionen und das Überdenken von Problemen konnte ich insgesamt mehr Ruhe finden. Ich fühlte mich weniger gestresst und angespannt und konnte achtsamer durch den Alltag gehen.
Ein gutes Impuls-Kartenset, das zum Nachdenken und Reflektieren anregt und hilft, achtsamer durch den Alltag zu gehen.
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