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Potenzialanalyse: Mit Jung und Goethe zur ganzheitlichen Persönlichkeit

'Um erfolgreich sein zu können, sollten Manager wissen, wer sie sind, was sie können und wohin sie wollen', meint Caroline Bernardi. Die Beraterin aus dem Schweizer Weesen möchte Managern bei ihrer Suche nach sich selbst auf die Sprünge helfen - und zwar mit ihrer Persönlichkeitsanalyse, dem 'Bernardi Personality Profile'.

Grundlage ihrer Analyse bildet die Typenlehre von Carl Gustav Jung, ein Modell, das vier Arten beschreibt, wie Menschen mit ihrer Umgebung in Verbindung stehen: nämlich 1. auf der Ebene des Körpers, also der Sinneswahrnehmungen; 2. auf der Ebene der Emotionen, die um das eigene Gefühlsleben und das von anderen kreist; 3. auf der Ebene des Verstandes, die für Planung, Analyse und Organisation verantwortlich zeichnet; und 4. auf der Ebene des Geistes, die zuständig ist für Kreativität und Innovation. 'Die Persönlichkeit eines Menschen umfasst alle vier Ebenen', erläutert Bernardi. Doch die meisten Manager nutzen nur die Ebene des Verstandes - und blockieren damit ihr persönliches Potenzial, so die Beraterin.

Das Defizit erkennen sollen die Manager durch eine Selbsteinschätzung im Rahmen eines Coachings. Im Zentrum der Bewertung: eine adaptierte Version des inneren Teams von Friedemann Schulz von Thun. Die Teammitglieder, also die verschiedenen Charaktere, die einen Menschen ausmachen, sind bei Bernardi der Empfinder (Körper), die Fühlerin (Emotionen), der Denker (Verstand) und die Intuition (Geist). Anhand von Fragen wie 'Wie organisiert arbeite ich?', 'Wie flexibel entscheide ich?' und 'Wie mitfühlend bin ich?' soll der Coachee klären, welche Teammitglieder wann und wie zu Wort kommen.

Wie stimmig die Ergebnisse der Selbsteinschätzung sind, überprüft Bernardi u.a. mit einem Farbtest. Pate für den Test stand Johann Wolfgang von Goethe mit seiner Farbenlehre, die jeder Farbe eine bestimmte Bedeutung zuordnet. So steht 'Blau' etwa für Kälte, Ruhe, Distanz. 'Weiß' ist ein Synonym für Klarheit, Weisheit, Reinheit. Und 'Rot' symbolisiert Kraft, Mut, Motivation. 'Menschen, die im Selbsttest Probleme auf der emotionalen Ebene zeigen, beschreiben ihren momentanen Zustand oftmals mit der Farbe Blau', verdeutlicht Bernardi das Prinzip.

Die Farben geben jedoch nicht nur Aufschluss über das Hier und Jetzt. Sie geben auch Hinweise auf die Zukunft und den Weg dorthin. Ein Beispiel: Ein Manager, der sich gegenwärtig mit 'Blau' beschreibt, sich künftig 'Weiß' vorstellt und seinen Weg dorthin als 'Rot' wahrnimmt, ist im Sinne der Farbsymbolik ein rational geprägter Mensch, der seine Intuition aktivieren möchte, dafür aber mehr Emotionen ins Spiel bringen muss.

'Der Vorteil der Analyse ist, dass sie die unbewussten Anteile eines Menschen ans Licht bringt', meint Bernardi. Denn Farben seien ein Code des Unterbewusstseins. Folglich machten sie unbewusst brachliegendes Potenzial auf den vier Persönlichkeitsebenen sichtbar. 'Die Analyse bietet somit die Chance, daran zu arbeiten, dass alle Mitglieder des inneren Teams gleichermaßen zu Wort kommen', so die Schweizerin. Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 05/07, Mai 2007
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