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Personalwirtschaftspreis: Beruf und Familie in Balance halten

Das Schreckgespenst des demographischen Wandels geistert durch Unternehmen: Fachkräfteknappheit und ein Mangel an Führungskräftenachwuchs werden prophezeit. Um das Ruder herumzureißen, muss die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesteigert werden, sagen Experten. Wie dies gelingen kann, zeigen die Siegerkonzepte des Personalwirtschaftpreises 2005.

Unternehmen, die ihr Augenmerk auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legen, erfahren derzeit besondere Aufmerksamkeit. Bereits im März dieses Jahres wurden in Berlin im Rahmen des Wettbewerbs 'Erfolgsfaktor Familie 2005' familienfreundliche Personalkonzepte ausgezeichnet. Und auch der Personalwirtschaftspreis, der durch das Magazin Personalwirtschaft ausgelobt wird, stand dieses Jahr unter dem Motto 'Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Work-Life-Balance'. Auf der Fachmesse 'Zukunft Personal', die vom 13. bis zum 14. September 2005 in Köln stattfand, wurden die drei Siegerkonzepte prämiert, die nach Ansicht der Jury in punkto Originalität, betriebswirtschaftlichen Nutzens und Anteil der einbezogenen Mitarbeiter die Nase vorn haben.

Wintershall: Beratung rund um Familie und Beruf

Für seinen 'Work & Life-Service' wurde der Kasseler Energieversorger Wintershall AG mit dem ersten Preis ausgezeichnet: Die Fachreferentin Anika Engelmann unterstützt die Mitarbeiter im Rahmen des seit 2001 bestehenden Services, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Sie informiert z.B. werdende Eltern über die gesetzlichen Regelungen zum Mutterschutz oder zum Erziehungsgeld, und sie hilft bei der Umsetzung flexibler Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitarbeit, Telearbeit und Jobsharing. Müssen Mitarbeiter aus dienstlichen Gründen über Nacht oder am Wochenende verreisen, bietet Engelmann Hilfe für die Organisation der Kinderbetreuung. 'Mit diesem Service wollen wir vor allem Rahmenbedingungen setzen, um mehr Frauen als Nachwuchskräfte für Fach- und Führungspositionen zu gewinnen', erklärt Engelmann. Zudem hebe das Konzept die Attraktivität des Unternehmens, was ein wichtiger Vorteil im Wettberwerb um hoch qualifizierte Spezialisten sei.

AOK Hessen setzt auf Chancengleichheit

Auch bei der AOK Hessen in Bad Homburg sollen Frauen größere Führungsverantwortung übernehmen. Erreicht werden soll dies durch das Konzept 'Chancengleichheit', mit dem die Krankenkasse den zweiten Platz im Wettbewerb belegte. 'Zwei Drittel unserer Mitarbeiter sind Frauen, sie stellen allerdings nur ein Fünftel der Führungskräfte', schildert Sonja Lambert, Leiterin der Stabsstelle Chancengleichheit und Diversity Management, den Grund für die Implementierung des Konzepts. Zu den Maßnahmen des Projekts zählen u.a. ein Mentoring-Programm für Frauen und ein Frauennetzwerk, in dem weibliche Nachwuchs- und Führungskräfte Erfahrungen austauschen können. Zudem beinhaltet das Projekt eine Flexibilisierung der Arbeitsorganisation, um der besonderen Situation von Müttern Rechnung zu tragen. So werden z.B. Telearbeitsplätze ausgebaut und Führungspositionen identifiziert, die in reduzierter Vollzeit wahrgenommen werden können.

Phoenix Contact: Hauseigenes Gesundheitszentrum

Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konzentriert sich die Phoenix Contact GmbH in Blomberg vor allem auf die Gesundheitsvorsorge. Für das hauseigene Gesundheitszentrum wurde der Hersteller elektronischer Interface- und industrieller Automatisierungstechnik mit dem dritten Preis ausgezeichnet. In dem Gesundheitszentrum werden individuelle Trainingsprogramme, z.B. zur Steigerung der Ausdauerleistung oder zur Stärkung der Rückenmuskulatur, für die Mitarbeiter angeboten. Bereits jeder sechste der 490 Mitarbeiter hält sich dort fit. Und das Programm wird weiter ausgebaut: 'Derzeit arbeiten wir an der Einführung von Seminaren für gesunde Ernährung, Entspannungstrainings und Trainings zur Konzentrationsverbesserung', so Eva von der Weppen, stellvertretende Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Phoenix Contact.
Autor(en): (ama)
Quelle: Training aktuell 10/05, Oktober 2005
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